Texterella: Welt stoppt Kopie & holt Original

Publishing Ein Plagiat als Bewerbung: Am Wochenende erschrak sich die Bloggerin Susanne Ackstaller gehörig, als sie in der Welt eine Mode-Kolumne las, die kräftig bei einem ihrer Postings abgeschrieben worden war. Via Blog beschwerte sie sich lauthals über das Abpinseln, was eine Entschuldigung des Welt-Kompakt-Redaktionsleiters zur Folge hatte. Allerdings wurden die Print-Macher so auf die Autorin aufmerksam. Das Ende des Disputs: Die Texte überzeugten die Welt kompakt, sodass Ackstaller nun eine eigene Kolumne bekommt.

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Wie Welt-Vize Frank Schmiechen gegenüber MEEDIA bestätigte, soll die Bloggerin und Werbetexterin alle vier Wochen nun ein Meinungsstück für Welt kompakt verfassen. In einer ersten Reaktion verriet Ackstaller via Twitter, dass sie sich „freue“.

Einen Tag zuvor klang das noch ganz anders. Nachdem sie das Plagiat entdeckt hatte, bloggte sie verärgert in Richtung Welt: „Da fiel jemandem nix ein (das kenne ich!) und hat es sich dann ganz leicht gemacht (das wiederum kenne ich nicht!). Und sich flugs mal ordentlich inspirieren lassen! Gelinde ausgedrückt. Naja, perfide umschreiben ist halt auch ein Talent – hat aber leider dann doch nicht gereicht, um die krasse Ähnlichkeit nicht offensichtlich zu machen.“  Weiter heißt es: „Vermutlich sollte es mir schmeicheln, dass meine Kolumne jetzt in der Welt steht, quasi. Tut es aber nicht. Es ärgert mich. Maßlos.“

Eine pikante Note bekommt ihr Wut durch den Umstand, dass die Kirchdorferin nach eigenen Angaben schon seit 20 Jahren die Welt im Abo liest. „Euer Lifestyle-Magazin ICON gehört(e) für mich zu den monatlichen Highlights.“ Diese letzte Aussage dürfte die Welt-Macher gefreut haben, der Rest des Postings eher weniger.

Die Krisenkommunikation der Berliner fiel dann allerdings vorbildlich aus. Via Kommentarfunktion meldete sich Welt kompakt-Redaktionsleiter Matthias Leonhard. Er schrieb: „Wir entschuldigen uns in aller Form. Die junge Kollegin wurde streng ermahnt, ihre Modekolumne wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Wir werden auch noch einmal direkt Kontakt zu Texterella aufnehmen.“

Ackstallers Wut-Posting kam zu dem Schluss: „Wie gerne hätte ich dafür (Welt) mal eine Kolumne geschrieben! Nun, habe ich jetzt ja auch. Irgendwie. Leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte.“ Genau so ist es nun doch gekommen. Die Bloggerin bekommt ihre eigenen Kolumne und die Story so ein echtes Happy-End.

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