FTD-Redakteure: „Wir wurden hingehalten“

Publishing Ein knappes Dutzend Redakteure der Gruner+Jahr-Wirtschaftspresse hat am Montagmorgen seinem Unmut über die Einstellung der FTD und das faktische Ende der Verlagsgruppe Luft gemacht. Vor dem Verlagshaus am Hamburger Baumwall verteilten die Mitarbeiter, die sich nun einen neuen Job suchen müssen, ein Flugblatt. Sie seien "monatelang hingehalten" worden, das G+J-Konzept laute: "Zusammenlegen, schrumpfen, kündigen". Eine Facebook-Seite gibt´s auch.

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Der Protest war offenbar nicht vom Betriebsrat organisiert, sondern entstand aus der Redaktion heraus. Sowohl vor dem Haupteingang zum Verlagsgebäude, wie auch vor der G+J-Vertriebstochter DPV und vor den Tiefgaragen standen die Wirtschaftsredakteure und verteilten ihre lachsrosa Flugblätter. Die Solidarität der anderen Verlags-Kollegen hielt sich zum Wochenanfang allerdings arg in Grenzen. Die meisten nahmen schweigend die Handzettel. Nur vereinzelt gab es mal ein aufmunterndes Wort.

Am vergangenen Freitag hatte G+J endgültig und offiziell das Ende der Financial Times Deutschland verkündet, nachdem die Einstellung zum 7. Dezember bereits einige Tage zuvor quasi branchenöffentlich wurde. Obwohl allen Beteiligten bekannt war, dass die Financial Times Deutschland seit ihrer Gründung vor fast dreizehn Jahren nur Verluste schrieb, ist der Frust zumindest bei Teilen der Belegschaft groß. Rund 360 Mitarbeiter sind voraussichtlich von der Einstellung betroffen.

Auf dem Flugblatt heißt es unter anderem, der Verlag habe die Mitarbeiter "hingehalten". Gehälter "weit unter Tarif" seien gezahlt worden, die Arbeit habe sich "ständig verdichtet". Doch selbst die Prozessoptimierungs-Berater von Porsche Consultung hätten nichts mehr gefunden. Eine Betriebsversammlung in den kommenden Tagen ist anberaumt. Auf dem Flugblatt heißt es: "Wir haben viele Fragen." Denn: "So geht es auch bei anderen Redaktionen hier im Haus los."

Eine Facebook-Seite wurde von den Mitarbeitern bereits eingerichtet: "DieFTDgehtunsallean". Auf der Seite verlinken die Mitarbeiter u.a. auf Interviews mit G+J-Deutschlandchefin Julia Jäkel zur Einstellung der FTD.

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