taz.de mit Pay-Wahl statt Paywall

Publishing Die tageszeitung (taz) wirbt ab heute auf ihrer Internetseite mit einer neuen Form für ihr Modell des freiwilligen Bezahlens. Mit zwei unterschiedlichen Layer-Motiven werden Nutzer mit einer "taz paywall" konfrontiert, die am Weiterlesen hindert. Kurios: Der Besucher wird gefragt, ob ihm dieser Artikel "etwas wert" sei. Wenn ja, werden ihn verschiedene Methoden angeboten, einen selbst definierten Betrag zu zahlen. Sagt er nein, kann er einfach weiter lesen. So hofft man in Berlin auf zusätzliche Zahlungswillige.

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Klickt er auf ja öffnet sich ein Modul, in dem verschiedene Zahlungsmodelle angeboten werden. Diese nutzt die taz bereits seit einiger Zeit. Neben dem Social Payment-Dienst Flattr sind Zahlungen mit Handy, PayPal, Lastschrift, Kreditkarte und Direktüberweisung möglich. Auch ein regelmäßiger Bankeinzug ist ebenfalls denkbar.

taz paywall: Ob und wie viel der Nutzer bezahlt, entscheidet er selbst
Eine Zahlung ist jedoch nicht verpflichtend. Beantwortet man die Frage, ob der Beitrag einem etwas wert sei mit "Nein, jetzt nicht", schließt sich der Layer. Nina Schoenian, Bereichsleitung Digital bei der tageszeitung, sagt: "Es ist eher eine Pay-Wahl. Die Summe der freiwilligen Beträge steigt von Monat zu Monat leicht an, mit der Kampagne soll nun die Anzahl der insgesamt Zahlungsbereiten erhöht werden."
"Mit dem Projekt ‚taz-zahl-ich‘ wurde die Möglichkeit geschaffen, mit wenigen Klicks oder über das Handy kleine Beiträge zu überweisen und sich damit für die journalistische Qualität, die publizistische Unabhängigkeit und die freie Zugänglichkeit der taz nicht nur zu bedanken, sondern auch zu ihrem Erhalt beizutragen", schreibt Mathias Bröckers in einem Beitrag zur Aktion. Das Konzept setze auf die Einsicht der Leser, "dass guter Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist."
Die taz hat ihre "taz-zahl-ich"-Kampagne im April 2011 gestartet. Seitdem wurden laut eigenen Angaben knapp 69.000 Euro gesammelt. Im Oktober waren es nach Abzug der Steuern und Transaktionskosten 3.979,09 Euro. Etwa 2.300 Euro davon seien regelmäßige Zahlungen via Bankeinzug. Ob die neue Aktion – auch angesichts der Krisen von FTD und FR – weitere Leser bewegt, freiwillig zu zahlen oder Nutzer eher abschreckt, wird mit Spannung zu beobachten sein.

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