AP-dpa-Kooperation: Droht ein Rechtsstreit?

Publishing Als am Mittwoch die Associated Press und die deutsche Presse Agentur ihren Plan verkündeten ab den 1. Januar zusammen arbeiten zu wollen, twitterte der dpa-Chef Wolfgang Büchner noch "AP + dpa = a perfect match". Möglicherweise war das Wunschdenken. Dennoch ist die AP vertraglich an die dapd gebunden und deren Insolvenzverwalter und alleiniger Geschäftsführer Wolf von der Fecht, hält die Kündigung der US-Agentur für "unwirksam".

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"Wir haben die Kündigung eingehend geprüft und halten sie sowohl aus insolvenzrechtlicher Sicht als auch aufgrund der konkreten vertraglichen Kündigungsregelungen für unwirksam", sagt von der Fecht nun einer Stellungnahme am heutigen Freitag. "Dies haben wir der AP inzwischen mitgeteilt. Vor diesem Hintergrund halten wir es ebenfalls für fraglich, ob die dpa wie angekündigt ab dem 1. Januar 2013 die Inhalte von AP in Deutschland anbieten kann, ohne bestehende Verträge zu verletzen."

Am Mittwoch sorgte die Meldung der geplanten Zusammenarbeit der dpa und der AP noch für großes Aufsehen. Die beiden Unternehmen verabredeten, dass die dpa ab Januar AP-Texte und -Fotos in Deutschland und Österreich vermarkten darf.

Im Zuge des Deals schimmerte durch, dass sich die US-Amerikaner offenbar Sorgen machen, ob man mit dem alten Partner dapd noch verlässlich planen könne. Das lässt sich zumindest aus dem Statement des AP-Chef Gary Pruitt herauslesen. "Diese neue Vereinbarung mit dpa stellt sicher, dass AP-Inhalte weiterhin die vielen Kunden und Mediennutzer erreichen, die sie wertschätzen."

In wieweit die Planungen von Pruitt durch die Zurückweisung der Kündigung durch die dapd über den Haufen geworden wurden, ist zurzeit noch unklar. Soviel steht allerdings bereits fest: Jetzt ist die AP wieder am Zug und muss nun wieder auf die Stellungnahme ihrer (Noch)-Partneragentur reagieren.

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