dpa und AP schließen Exklusiv-Partnerschaft

Publishing Die dapd verliert einen ihrer wichtigsten Partner: Die Associated Press (AP) und die dpa haben am Mittwoch eine langfristige, weitgehende und exklusive Kooperation vereinbart. Bislang hat die insolvente dapd die Lizenz wahrgenommen. Nun darf die dpa ab Januar AP-Texte und -Fotos in Deutschland und Österreich vermarkten sowie Kunden in der Schweiz die AP-Texte anbieten. Für die dapd ein herber Rückschlag - Insolvenzverwalter von der Fecht fürchtet um die Sanierungschancen.

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"Wir bei der dpa fühlen uns der Quellenvielfalt verpflichtet und freuen uns sehr auf die Kooperation mit unseren amerikanischen Partnern. Durch sie stellen wir langfristig sicher, dass die AP-Inhalte in Deutschland und anderen europäischen Ländern verfügbar bleiben", erklärt Michael Segbers, der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung.
Offenbar machten sich die Amerikaner Sorgen, ob man mit dem alten Partner dapd noch verlässlich planen könne. Das lässt sich zumindest aus dem Statement des AP-Chef Gary Pruitt herauslesen. "Diese neue Vereinbarung mit dpa stellt sicher, dass AP-Inhalte weiterhin die vielen Kunden und Mediennutzer erreichen, die sie wertschätzen“. 
Mit dieser Kooperation verliert die dapd einen ihrer wichtigsten Kooperationspartner. Vor zwei Tagen erst hatte der Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht in seinem Strategiepapier zur Rettung der Agentur die AP-Zusammenarbeit noch als ein wichtiges Asset der dapd eingestuft. „Wir liefern weiterhin sorgfältig recherchierte Nachrichten, das besondere Bild, den besonderen Text, eine breite Berichterstattung aus dem Ausland, den Service unserer Landesdienste sowie den Zugang zum Angebot der AP“.
In einer ersten Reaktion twitterte der dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner: „AP + dpa = a perfect match“.

Nachtrag 18.03 Uhr:
Dapd-Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht äußert sich in einer ersten Stellungnahme: „Wir haben heute zur Kenntnis genommen, dass die Nachrichtenagentur Associated Press beabsichtig, die Zusammenarbeit mit der dapd zum Jahresende einzustellen. Zunächst werden wir prüfen, ob die Kündigung wirksam ist. In einem zweiten Schritt werden wir dann abwägen, inwiefern diese Kündigung Auswirkungen auf das vom Gläubigerausschuss gebilligte Restrukturierungskonzept zur Sanierung der Nachrichtenagentur-Gruppe hat und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.“

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