ZAK: Medienwächter loben Raab-Talk

Fernsehen Den meisten Kritikern hat Raabs erste politische Talkshow "Absolute Mehrheit" nicht gefallen. Im Gegensatz zu den Medienwächtern (ZAK): "Wir haben private Fernsehsender oft wegen ihres zurück gehenden Informationsanteils in ihren Sendungen kritisier", sagt der ZAK-Programmbeauftragter Thomas Langheinrich. Deshalb begrüßt er es auch dass ProSieben "70 Minuten mehr Sendezeit für gesellschaftlich relevante Inhalte bietet". Genau diese Inhalte haben dem CDU-Talk-Teilnehmer Michael Fuchs gar nicht gefallen.

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Im Interview mit der Rhein-Zeitung beklagte sich Fuchs, dass man in der Talk-Show nicht richtig debattieren konnte. "Wir mussten mit fünf Leuten drei große Themen in jeweils 15 Minuten diskutieren. Fünf Minuten davon hat Herr Raab selbst geredet". Weiter sagt er: "Man konnte doch kein einziges Argument mal ordentlich ausdiskutieren. Und dann macht jemand wie Jan van Aken falsche Aussagen zur Energiewende, und Herr Raab hakt nicht einmal nach".
Der CDU-Politiker, der von Raab als "Mister soziale Marktwirtschaft" angekündigt wurde, sprang für den Umweltminster Peter Altmaier ein. "Aber jetzt muss ich sagen: In diesem Format, mit diesem Konzept, gewinnen am Ende wahrscheinlich immer die Populisten".

Dem Aufseher der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) Peter Langheinrich geht es in seiner Bewertung weniger um die inhaltliche Qualität der Sendung, als um den Fakt, dass ein Privatsender überhaupt auf ein politisches Programm-Format setzt. "Ich würde mich freuen, wenn diese Talksendung nicht die einzige Programminitiative zur Erhöhung des Informationsanteils bei den privaten Vollprogrammen bleibt", sagt Langheinrich weiter.
Besonders dürfte sich die ZAK auch darüber freuen, dass "Absolute Mehrheit" beim jungen Publikum so gut ankam. Mit 1,28 Mio. 14- bis 49-Jährigen erreichte "Absolute Mehrheit" trotz der deutlich späteren Sendezeit mehr Zuschauer als "Günther Jauch", der aus den 3,11 Millionen "Tatort"-Sehern nur 1,14 Millionen (8,9%) herüber retten konnte. Bei den 14- bis 29-Jährigen sieht es noch eindrucksvoller aus: 500.000 "Absolute Mehrheit"-Seher reichten hier für tolle 24,7%, "Günther Jauch" sahen nur 160.000. "Absolute Mehrheit" erreichte hier ein größeres Publikum als die neuesten Ausgaben von "Günther Jauch" (160.000), "Hart aber fair" (90.000), "Menschen bei Maischberger" (90.000), "maybrit illner" (50.000) und "Beckmann" (30.000) zusammen.
Die ZAK ist zuständig für die Zulassung und Kontrolle bundesweiter Rundfunkveranstalter. Seit Jahren bemängelt die Kommission den geringen Info-Anteil bei den meisten privaten Sendern. Die Hoffnung der Aufseher ist nun, dass die Talksendung ein Quoten-Erfolg wird und das Beispiel von ProSieben Schule macht und immer mehr zugelassenes Vollprogramm nicht allein auf Unterhaltung setzen.

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