iPhone bringt Apple 80 Milliarden im Jahr

Eine knappe Woche nach den jüngsten Quartalszahlen hat Apple auch seine Gesamtjahresbilanz veröffentlicht. Konzernergebnis und Umsatz waren nach den Quartalsergebnissen kein Geheimnis, doch im Detail bietet das Zahlenwerk interessante Einblicke in Apple Geschäftsentwicklung im ersten Jahr nach Steve Jobs. Ergebnis: Apple ist zum totalen iPhone-Konzern mutiert, der mehr als die Hälfte seiner Erlöse seiner Smartphone-Sparte einfährt. iPods und sogar Macintosh-Computer entwickeln sich rückläufig.

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Eine knappe Woche nach den jüngsten Quartalszahlen hat Apple auch seine Gesamtjahresbilanz veröffentlicht. Konzernergebnis und Umsatz waren nach den Quartalsergebnissen kein Geheimnis, doch im Detail bietet das Zahlenwerk interessante Einblicke in Apple Geschäftsentwicklung im ersten Jahr nach Steve Jobs. Ergebnis: Apple ist zum totalen iPhone-Konzern mutiert, der mehr als die Hälfte der Erlöse mit seiner Smartphone-Sparte einfährt. iPods und sogar Macintosh-Computer entwickeln sich rückläufig.

Hosen runter in Cupertino: Einmal im Jahr müssen börsengelistete Unternehmen ihre Jahresbilanz vorlegen – "10-K"-Filing an der Wall Street genannt. Im Grunde ist die Bilanz eine Zusammenfassung der vier Quartalsergebnisse, sollte man meinen.

Tatsächlich liest sich die Bilanz des Fiskaljahres 2011/12 des wertvollsten Konzerns der Welt auch in der Addition immer noch beeindruckend:  Satte 48 Milliarden Dollar mehr setzte Apple zwischen Oktober 2011 und September dieses Jahres um – ein Plus von 45 Prozent, das in einem enormen Gesamterlös von 156 Milliarden Dollar entspricht.

Die Gewinne explodierten unterdessen förmlich um 59 Prozent auf 41,73 Milliarden oder 44,15 Dollar je Aktie. Die Profit-Marge ist in den vergangenen zwölf Monaten auf beachtliche 44 Prozent angestiegen (Vorjahr 40,5 Prozent) – ein für einen  Hardware-Hersteller in der Technologiebranche unerreichten Wert.

iPhone macht bereits mehr als die Hälfte der Umsätze aus

So weit, so nachvollziehbar in der Quartalsaddition. Wirklich interessant wird die Jahresbilanz aber im Detail. So weist Apple auf Dollar und Cents genau die Erlös-Entwicklung nach Geschäftssparten auf. Erkenntnis in überwältigender Deutlichkeit: Apple hat sich 2012 mehr denn je zum iPhone-Konzern entwickelt. Enorme 80 Milliarden Dollar hat der Techpionier aus Cupertino in den vergangen zwölf Monaten mit seinem Kult-Handy eingefahren – das waren mehr als 51 Prozent der Gesamterlöse.

In anderen Worten: Die Abhängigkeit vom Erfolg des iPhones, das gerade bereits in seine sechste Generation ging, ist erdrückend. Buchstäblich nur ein Kratzer in der Erfolgsgeschichte – wie unlängst beim Maps-Debakel zu beobachten –, und die Aktie kommt unter starken Verkaufsdruck.

Macs und iPods entwickeln sich 2012 rückläufig

Die enorme Abhängigkeit liegt nicht zuletzt am Schwächeln der ältesten Konzernsparten. Der iPod, der den Run auf die Apple-Aktie Anfang des vergangenen Jahrzehnts erst ausgelöst hatte, ist ein sterbendes Geschäft. Die Erlöse mit dem einst so beliebten MP-3-Player brachen in den vergangenen zwölf Monaten um 25 Prozent auf nur noch 5,6 Milliarden Dollar ein. Zwei Jahre zuvor hatte Apple noch 8,2 Milliarden mit seinem iPod umgesetzt – in der Spitze waren es im, Fiskaljahr 2008 einmal 9,1 Milliarden gewesen.

Doch eine andere Sparte schrumpft. Ausgerechnet das klassische Mac-Geschäft musste im Boomjahr 2011-2012 Federn lassen. Die Umsätze gingen um immerhin 6 Prozent auf 6 Milliarden Dollar zurück – mit Desktop-Computern, wohl gemerkt, also iMacs, dem Mac mini und dem Mac Pro. Rausgerissen wurde die Entwicklung der ältesten Konzernsparte von den Absätzen der MacBooks, die sich um 12 Prozent besser als im Vorjahr verkauften. Die Erlöse der gesamte Mac-Sparte konnten auf Jahressicht immerhin noch um 7 Prozent auf 23,22 Milliarden Dollar zulegen.

Damit lag sie allerdings schon deutlich unter den Umsätzen des jüngsten Geschäftszweigs. Mit 32,42 Milliarden Dollar setzte Apple erstmals auf Jahressicht weitaus mehr mit seinen iPads als mit seinem klassischen Computergeschäft um. Das iPad-Wachstum betrug auf Jahresssicht allerdings "nur" noch 59 Prozent nach astronomischen 311 Prozent im Vorjahreszeittraum.

Apple verfügt bereits über Barmittel in Höhe von 121 Milliarden Dollar

Doch es steckt noch mehr in Apples Jahresbilanz: Das Cash-Polster ist um fast 40 Milliarden Dollar gewachsen – wohl gemerkt: binnen lediglich eines Jahres. Dass sich die Barreserven nicht noch weiter häuften, lag an der Einführung einer Dividende im August dieses Jahres. Insgesamt verfügt Apple nunmehr über 121,25 Milliarden Dollar freie Barmittel – das entspricht aktuell mehr als einem Fünftel des Börsenwertes!

Immerhin hat sich bei Apple auch die Bereitschaft erhöht, das Geld verstärkt in Forschung und Entwicklung neuer Produkte zu investieren – die sogenannten "R&D"-Ausgaben stiegen 2012 um knapp eine Milliarde auf 3,4 Milliarden Dollar. Auch die Werbeausgaben zogen weiter an und erreichen inzwischen die Milliardenmarke.

Und dann ist da noch die Randnotiz der Risikofaktoren, die das Unternehmen gegenüber Anteilseignern aufführen muss. Die üblichen übergeordneten Faktoren wie der Absturz in einer Rezession, neue Terrorattacken der Währungsrisiken werden erwähnt, aber auch jene Problemfelder, die von Skeptikern des Konzerns zuletzt immer wieder genannt wurden: Patentklagen, die günstigeren Angebote der Konkurrenz oder schlicht verfehlte Verbrauchererwartungen. So oder so: Die Konzernbilanz ist eine Pflichtlektüre für Aktionäre. 

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