„Tatort“-Ranking: Fast alle Ermittler legen zu

Fernsehen Christian Ulmen und Nora Tschirner sind die frischesten Neuzugänge in der immer unübersichtlicher werdenden "Tatort"-Ermittler-Mannschaft. 22 verschiedene "Tatorte" wird es 2014 geben - so viele wie nie zuvor. Kein Wunder also, dass die Kritik lauter wird. Der Serien-Gedanke würde immer schwerer zu erkennen sein, der Wiedererkennungswert schrumpft, der Overkill an neuen Ermittler schade der Krimireihe. Die Zahlen zeigen bisher jedoch das Gegenteil: Die Popularität des "Tatorts" wächst weiter.

Werbeanzeige

18 Ermittler-Teams traten in den vergangenen 24 "Tatort"-Monaten in Erscheinung, darunter auch Kommissar Batu aus Hamburg und die Saarländer Kappl und Deininger, die sich mittlerweile aus der Krimireihe verabschiedet haben. Ersetzt werden sie im Jahr 2013, der Hamburger Batu sogar von zwei unterschiedlichen Ermittler-Teams um Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring. Aus 18 werden also 19 verschiedene "Tatorte". Ebenfalls 2013 startet der neue Thüringer "Tatort" in Erfurt und Weihnachten kommt dann der Ulmen-Tschirner-Krimi aus Weimar hinzu. Und für 2014 ist auch noch ein "Tatort" aus Franken angekündigt.

22 "Tatorte" wird es 2014 also geben – für abzüglich der Sommer-Wiederholungen und der Sendeplätze des "Polizeirufs 110" ca. 35 bis 40 "Tatort"-Sonntage. Es braucht kein Abitur in Mathematik um zu sehen, dass es also immer weniger Platz für die einzelnen Ermittler-Teams geben wird. Der Reihen- oder Seriencharakter des "Tatorts" geht damit weiter verloren, Folgen-übergreifende Handlungsstränge machen weniger Sinn und Ermittler, die nur einmal im Jahr in Erscheinung treten, können erzählerisch kaum als Figur aufgebaut werden.

Manch einer macht sich angesichts des Ermittler-Overkills schon Sorgen, dass er auch dem Erfolg der Krimireihe schaden könnte. So zitiert das People-Magazin in derzeit den Schauspieler Jörg Hartmann mit den Worten: "Wenn alle zwei Wochen neue Kommissare spielen, schalten vielleicht einige Fans gar nicht mehr ein." Interessant, dass eine solche Aussage von einem kommt, der ebenfalls gerade erst als Dortmunder Kommissar angefangen hat.

Doch Hartmann kann zum jetzigen Zeitpunkt beruhigt werden: Obwohl schon in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche neue "Tatort"-Gesichter ihre Premieren gefeiert haben – in Frankfurt, Wiesbaden, Luzern und Dortmund – wächst die Popularität der Krimireihe noch. Der Blick auf unser Ermittler-Ranking zeigt, dass gegenüber der vorige Ausgabe im Mai fast alle Teams ihre Zuschauerzahlen steigern konnten. Nur zwei verloren erwähnenswert an Zuneigung: Ballauf und Schenk aus Köln, sowie Lürsen und Stedefreund in Bremen.

Allerdings: Im Vorderfeld der "Tatort"-Charts konnte sich nur eins der neuen Teams behaupten: Steier und Mey aus Frankfurt – um so unschöner, dass Nina Kunzendorf den Krimi schon wieder verlassen will. Ein Misserfolg war aber auch der erste "Tatort" aus Dortmund nicht: Mit einer Zuschauerzahl von mehr als 9 Mio. könnte der zweite Fall am kommenden Sonntag den neuen WDR-"Tatort" weiter nach oben bringen. Nicht sehr erfolgreich sind hingegen bisher die Krimis aus Wiesbaden und Luzern.

Ganz vorn bleibt mit großem Abstand der "Tatort" aus Münster, der im Durchschnitt fast 2 Mio. Zuschauer mehr an die Fernseher lockt als die härteste Verfolgerin Charlotte Lindholm aus Hannover. Auf Platz 3 folgen dann Steier und Mey aus Frankfurt vor den beiden SWR-Krimis aus Konstanz und Stuttgart.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige