Springer: trotz Gewinndelle auf Rekordkurs

Publishing Die Axel Springer AG hat wieder einmal sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 3,9 Prozent auf 2,407 Mrd Euro. Der operative Gewinn kletterte um knapp drei Prozent auf knapp 460 Mio. Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern in den ersten neun Monaten mit 188,7 Mio. Euro aber weniger als im Vorjahreszeitraum (233,2 Mio. Euro). Vorstandschef Döpfner hält an der Prognose fest, dass Springer 2012 mit einem Rekord beim EBITDA abschließen wird.

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Immerhin liegt das Ergebnis unterm Strich deutlich über den 153 Millionen, die kurz vor Bekanntgabe der offiziellen Zahlen von der Commerzbank vorhergesagt wurden, was wieder einmal die doch sehr beschränkte Aussagekraft solcher Wahrsagereien von Banken, Wirtschaftsprüfern oder anderen unterstreicht.

Das gesunkene Konzernergebnis ist aber nichtsdestotrotz ein kleiner Macken in der ansonsten makellos glänzenden Springer-Bilanz. Als Grund dafür nennt das Medienhaus “Sondereinflüsse und höhere Abschreibungen”. Den Umsatz und das operative Geschäft steigerte Springer aber einmal mehr auf beeindruckende Weise. Die digitalen Geschäfte tragen mittlerweile knapp 35 Prozent zum Konzernumsatz bei – Tendenz steigend. Besonders stark ist bei Springer das Geschäft mit digitalen Kleinanzeigen auf Portalen wie Immonet, StepStone oder SeLoger gewachsen. Hier wurde der Umsatz von 156,6 auf 234,9 Mio. Euro um die Hälfte gesteigert. Das operative Ergebnisse in diesem Zweig verbesserte sich um sagenhafte 86,5 Prozent auf 101,8 Mio. Euro bei einer Fabel-Rendite von 43,3 Prozent – eine Gelddruckmaschine.

Aber auch die digitalen Medien entwickeln sich bei Springer gut. Die Säule Journalistische Portale & andere digitale Medien (mit dem Klickbringer Bild.de) steigerte den Umsatz um 25,2 Prozent auf 261,7 Mio. Euro, der operative Gewinn kletterte hier um 23,7 Prozent auf 57,1 Mio. Euro, die Rendite liegt bei sehr guten 21,8 Prozent.

Und was ist mit dem Sorgenkind Print? Alles nicht so schlimm im Hause Springer. Es geht zwar abwärts, aber gutes Geld verdient wird mit Gedrucktem nach wie vor. Die Rendite bei Zeitungen National (also in allererster Linie Bild) lag mit 23,6 Prozent nahezu aufVorjahresniveau, der Umsatz ging um 2 Prozent auf 836,7 Mio. Euro zurück. Sowohl Vertriebs- als auch Marketingerlöse gingen um etwa 2 Prozent zurück. Der operative Gewinn sank leicht (wegen Restrukturierungskosten) von 203,6 Mio. auf 197,2 Mio.

Bei den Zeitschriften ist die Lage ein bisschen angespannter. Hier lag die Rendite bei immer noch sehr guten 21 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent). Der Umsatz ging aber um 4 Prozent zurück auf 339 Mio Euro, der operative Gewinn sank von 82,1 auf 71 Mio. Euro. Vertriebserlöse sanken bei den Zeitschriften um 3,1 Prozent, Anzeigenerlöse gar um 8,7 Prozent. Hier schlagen sich sinkende Auflagen und die sich abkühlende Werbe-Konjunktur schon deutlicher in der Bilanz nieder. Springer wird – wie der Rest der Branche – mit weiter sinkenden Vertriebs- und Anzeigenerlösen bei Print leben müssen. Bei Springer sind sie aber in der komfortablen Lage, dies mit einem boomenden Digitalgeschäft weitgehend kompensieren zu können.

Es bleibt also wie es ist: Bei Springer stehen die Zeichen digital weiter auf Wachstum und bei Print auf Konsolidierung. Neue Print-Aktivitäten sind aus diesem Hause nicht zu erwarten, eher neue Spar- und Effizienzmaßnahmen in Sachen Print. Siehe die jüngst verkündete Eingliederung des Hamburger Abendblatts in die Welt-Gruppe. Für den digitalen Wandel ist die Springer AG unter den deutschen Medienhäuser aber so gut gerüstet, wie kein zweites Unternehmen.

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