McDonalds-Song: die schlimmsten Azubi-Clips

Sie sind gut gemeint, aber ernten jede Menge Spott: Auszubildenden-Videos großer Konzerne waren 2012 groß in Mode. Wer davon ausging, dass nach dem zweifelhaften Erfolg der "Sparda Movie Stars" Schluss ist mit Clips à la "Azubis werben Azubis", der lag falsch: Ausgerechnet McDonalds lässt seine Rookies für den "Tag der Ausbildung" tanzen und bedient sich dabei einmal mehr unauthentisch bei Elementen der Jugendkultur. Wie so oft mangelt es großen Konzernen bei dem wichtigen Thema Nachwuchs an Seriösität.

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Die Fast-Food-Kette holte sich für das Recruiting-Video sogar prominente Hilfe: Motsi Mabuse, bekannt durch die RTL-Shows "Let’s Dance" und "Das Supertalent", hat eine kleine Rolle in dem Clip, der sich ausnahmsweise einmal nicht am Rap-ist-jugendlich-Klischee abarbeitet. Dafür tanzen, springen und singen die Teilnehmer wie von der Hornisse gestochen durch eine McDonalds-Filiale, schütteln rhythmisch den Salzstreuer und schwingen auf der Theke die Hüften.
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Der erste Eindruck: Junge Menschen haben Spaß bei der Arbeit und engagieren sich für ihren Betrieb. Doch beim zweiten kritischen Blick fällt auf, wie dillentantisch das Werbe-Video doch produziert ist: Bild und gesungener Text passen nicht zusammen, die Choreograpie ist uneinheitlich und der Song, der doch dazu animieren soll, beim Tag der Ausbildung mitzumachen, ist schlecht abgemischt. Er reiht sich damit ein in eine Serie von Recruiting-Clips, die im Web nur Hohn und Spott ernteten, anstatt zu einer Bewerbung zu animieren.

Als legendär gilt mittlerweile der BMW-Rap, bei dem Azubis für einen Ausbildungsplatz bei den Münchnern Werbung machen. Der Clip verfehlte seine Wirkung und erntete bei Facebook statt regem Interesse nur schallendes Gelächter. Auch die Edeka-Gang konnte mit ihrem Azubi-Rap nicht punkten. Als dann vor wenigen Monaten die Sparda-Bank die "Sparda Movie Stars" präsentierte, eine Kombo aus fünf Auszubildenden im adretten Büro-Kostüm, war die Blamage perfekt. Wie seine Vorgänger wurde der Clip mehrere hunderttausend Mal geklickt, allerdings machten sich so viele Nutzer über das Video lustig, dass die Sparda-Bank den Film kurzerhand wieder löschte.

Der McDondalds-Werbefilm wurde seit dem 2. November schon über 200.000 Mal angesehen. Auch hier ist die Meinung der Nutzer eindeutig: "Peinlich", "dämlich" und "krank" sei die Idee. Das negative Echo verwundert nicht. Statt seriösem Recruiting und Employer Branding bedienen sich die Unternehmen gängiger Klischees: Rap ist jugendlich, singen und tanzen kommt gut an bei der Zielgruppe. Dabei scheint man den Faktor Professionalität vollkommen außer Acht zu lassen. Während Rap-Videos mit Künstlern und gecasteten Schauspielern und hohem Budget produziert werden und erfolgreiche Tanz-und-Sing-Serien wie "Glee" nur mit vielen Proben und noch langen Drehs auch die Zuschauer überzeugen, geben die Unternehmen ihre Azubis zwangweise der Lächerlichkeit preis.

Konzipiert und produziert wurde der McDonalds-Spot von Lucky7even mit Sitz in Berlin. Die Unternehmen wären gut beraten, auf Kosten einiger YouTube-Klicks an ihren Strategien in Sachen Employer Branding festzuhalten. Mit der Kampagne "Mach Deinen Weg" ist McDonalds seit gut einem Jahr recht erfolgreich, BMW Karriere punktet auf Facebook mit einem Job-Channel und Edeka spricht abseits peinlicher Rap-Videos mit "Lern doch lieber was Vernünftiges" Auszubildenden auf Augenhöhe an.

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