Abendblatt: Holperstart beim „Straßentest“

Publishing Seit Samstag ist der Straßentest vom Hamburger Abendblatt online. Dazu haben 150 Reporter alle 8.100 Straßen der Hansestadt nach zehn Kriterien bewertet. Ein Mammut-Projekt, das auch außerhalb Hamburgs beobachtet wurde. Grundsätzlich hat die Idee das Potenzial, einen spannenden Mehrwert zur klassischen Lokalberichterstattung zu liefern. Eine Straßenübersicht mit Redaktions- und Leser-Bewertung inklusive zusätzlicher Lokal-Informationen könnte einen Mix aus Gelben Seiten und Hyperlokal-Angebot entstehen lassen.

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Seit Samstag ist der Straßentest vom Hamburger Abendblatt online. Dazu haben 150 Reporter alle 8.100 Straßen der Hansestadt nach zehn Kriterien bewertet. Ein Mammut-Projekt, das auch außerhalb Hamburgs beobachtet wurde. Grundsätzlich hat die Idee das Potenzial, einen spannenden Mehrwert zur klassischen Lokalberichterstattung zu liefern. Eine Straßenübersicht mit Redaktions- und Leser-Bewertung inklusive zusätzlicher Lokal-Informationen könnte einen Mix aus Gelben Seiten und Hyperlokal-Angebot entstehen lassen.
Von dieser Vision ist der aktuelle Stand des Straßentests allerdings noch weit entfernt – auch wenn Chefredakteur Lars Haider bereits stolz vom "größten digitalen Straßenarchiv" spricht.

Zum Start des neuen Angebotes haben die Reporter alle Straßen fotografiert, einen kurzen Text zu ihnen verfasst und sie bewertet. Vor allem im letzteren Punkt scheint jedoch der Teufel im Detail zu stecken. So bekam das Schulterblatt im Hamburger Szeneviertel Sternschanze lediglich einen Stern im Bereich "Gastronomie". Das ist insofern erstaunlich, weil es gerade in dieser Straße von Kneipen, Bars, Cafés und Restaurants nur so wimmelt.
Diese Schieflage der Redaktionsbewertungen sollen die Leser mit ihren eigenen Bewertungen wieder ausgleichen. Denn diese haben selbst die Möglichkeit, eine Bewertung vorzunehmen. Im Falle des Schulterblattes ist das auch schon geschehen.
Die nächste Ausbaustufe des Straßenratgebers ist bereits in Planung. "Im Laufe des kommenden Jahres werden unter den jeweiligen Straßen dann auch Nachrichten zu finden sein", schreibt Haider. Auch das ist ein logischer Schritt. Der nächste Meilenstein wäre dann noch die Einbindung von lokalen Händlerinformationen. Welche Läden und Restaurants finden sich in einer Straße? Diese werden mit Links zu Geschäften versehen und die Nutzer können sie dann wiederum bewerten.
So entstünde ein kompaktes Angebot, das auf eine Mischung aus Qype, Gelbe Seiten und Lokal-Zeitung setzt. Bekommt das Abendblatt dieses Projekt so hin, hat es wirklich großes Potenzial. Es besteht allerdings noch immer die akute Gefahr, dass Anbieter wie Qype oder gar Google selbst einfach Teams durch die über 8.000 Straßen der Hansestadt jagen und diese bewerten lassen. Die anderen relevanten Daten haben die Konkurrenten schon. Wenn das Abendblatt mit diesem Projekt punkten will, dann müssen die Hamburger richtig Gas geben und ihren aktuellen Straßenratgeber wirklich nur als Startpunkt für eine mutige Web-Lokal-Offensive sehen.

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