Burda will Xing komplett übernehmen

Publishing Burda macht endlich ernst: Schon länger kursierten Gerüchte, dass die Münchner planen würden das Karrierenetzwerk Xing komplett zu kaufen. Die Übernahme-Strategie erfolgt dabei in zwei Schritten. Zum ersten erhöhte das Medienaus – wie es Freitagmorgen bekannt gab - seinen Aktienanteil von 29,43 Prozent auf rund 38,89 Prozent. In einem zweiten Schritt wird jetzt ein Pflichtangebot für die restlichen Anteile fällig. Burda ist deshalb bereit 44 Euro je Aktie zu zahlen.

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Mit seinem Gebot liegt Burda über dem Donnerstag-Kurs von 37,32 Euro. Bereits im vorbörslichen Handel sprang deshalb das Papier bereits um 16 Prozent nach oben.

Die Übernahme des Businessnetzwerkes ist jedoch nicht ganz risikofrei. Noch stimmen die Umsätze und Wachstumsraten der Hamburger. Allerdings ist noch immer unklar, ob es Xing gelingt sich mittelfristig gegen den US-Konkurrent LinkedIn zu behaupten. Als Negativ-Beispiel in diesem Fall wird immer wieder StudiVZ angeführt, denen es nicht gelang sich gegen den Konkurrenten Facebook zu behaupten. Zudem bleibt auch das weltweit größte Social Network eine Bedrohung für das deutsche Karriere-Netzwerk.

Allerdings legte Xing-Finanzvorstand Ingo Chu gerade erst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Wert darauf, dass man ein gänzlich anderes Geschäftsmodell hätte: „90 Prozent unserer Umsätze basieren nicht auf Werbung – und lassen sich gut auf das mobile Internet übertragen.“

In den vergangenen Monaten legte die Hamburger ihr Augenmerk vor allem auf das Mitglieder-Wachstum. So gelang es im ersten Halbjahr 436.000 neue Nutzer zu gewinnen. Insgesamt hat Xing weltweit nun 12,4 Millionen Mitglieder. In der D-A-CH-Region sind es 5,7 Millionen. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 12 Prozent auf 35,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis EBITDA lag mit 9,9 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 11,3 Mio. Als Grund nennt Xing "beschleunigte Investitionen in künftiges Wachstum".

Wichtigster Wachstumstreiber sind die Geschäftsbereiche e-Recruiting, Advertising und Events. Sie verzeichneten im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 28 Prozent auf 11,7 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 9,1 Millionen  Euro. Der Bereich "e-Recruiting" wuchs um 24 Prozent und konnte nun 6,8 Millionen Euro erlösen. Die Umsätze aus Werbeeinnahmen stiegen jedoch nur um zehn Prozent auf nun 2,8 Millionen Euro. Dagegen konnten die Hamburger im Events-Geschäft ihren Umsatz fast verdoppelt. Vor einem Jahr erlösten sie 1,1 Millionen Euro. Jetzt sind es 2,0 Millionen.

Für das zweite Halbjahr erwartet Xing, dass gerade einen Wechsel auf den CEO-Posten von Stefan Groß-Selbeck zu Thomas Vollmoeller hinter sich hat, steigende Umsätze und Erträge. Offenbar scheint auch Burda-Boss Paul-Bernhard Kallen an die Wachstumsstory des Karrierenetzwerkes zu glauben.

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