Facebook: Zeit Magazin-Anzeige läuft Amok

Publishing Schöne neue Werbewelt im Social Web. Das Zeit Magazin dachte sich eine PR-Aktion aus, um 80.000 Fans für die Facebook-Seite der Zeit-Beilage zu feiern. 800 “Kurz-Abos” sollten als “Dankeschön” verschenkt werden. Problem Nummer eins: Es handelt sich um herkömmliche Gratis-Probeabos der Zeit, die sich nach vier Wochen automatisch in kostenpflichtig verlängern. Mittlerweile wird die PR-Aktion zum Spott-Objekt für zahlreiche Nutzer.

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Über 1.200 Kommentare sind unter der Zeit Magazin Promotion bereits aufgelaufen und es werden stetig mehr. Die einen schlagen vor, dass sie selbst der Zeit die Anzeige gerne aktualisieren könnten. In der Zwischenzeit ist die Zahl der Zeit-Magazin-Fans bei Facebook nämlich auf übe 100.000 geklettert. Andere beklagen sich, dass es sich bei dem vermeintlichen Geschenk nur um schnöde Probeabos mit Auto-Verlängerung handelte. Solche PR-Angebote gibt es immer wieder und sind nichts Besonderes. Andere beschweren sich, dass der Gutscheincode nicht funktioniert.

Viele Nutzer bekommen die Promotion angezeigt, obwohl sie mit dem Zeit Magazin auf Facebook gar nichts am Hut haben. Das liegt am so genannten Edgerank von Facebook. Das Soziale Netzwerk rechnet aus, dass Freunde oder Freunde von Freunden die Aktion des Zeit Magazins geliked haben oder dort kommentiert haben und schließt daraus, dass dies auch für einen selbst interessant sein könnte. Darum taucht die veraltete Zeit-Magazin-Promotion immer wieder in der Timeline von Nutzern auf. Und je mehr unter der Anzeige kommentiert wird, desto mehr wird sie von Facebook immer wieder weiterverbreitert. Man könnte auch sagen: Die Anzeige läuft Amok.

Für die Zeit ist das eine zweischneidige Sache. Einerseits sorgen der Promo-Post und die Diskussion darum dafür, dass das Zeit Magazin bei Facebook im Gespräch bleibt. Andererseits dürften nicht wenige Nutzer genervt sein von der wiederkehrenden Zombie-Werbung. Blogger und Unternehmensberater Thomas Knüwer hat das Thema zuerst aufgegriffen und stellt die Frage, ob solche wiederkehrende Werbung für ein abgelaufenes Angebot nicht wettbewerbswidrig ist.

Die Zeit sollte sich vielleicht zu Herzen nehmen, dass auch bei PR im Social Web gilt: Es ist nicht unbedingt immer gut, wenn viel über einen geredet wird. Es kommt durchaus auch darauf an, WAS die Leute reden. Den außer Kontrolle geratenen Promo-Post zu löschen wäre die einfachste Methode.

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