Yahoo-Bilanz stagniert unter Marissa Mayer

Publishing Noch kein Befreiungsschlag vom Wunderkind: Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer konnte im ersten Quartal unter ihrer Ägide noch keine erkennbaren Turnaround-Signale senden. Umsätze und Gewinne stagnierten zwischen Juli und September. Marissa Mayer selbst sprach von einem "soliden Quartal", in dem durch den Verkauf der Aliba-Anteile Milliarden Dollar eingefahren wurde. In Zukunft wolle Yahoo allerdings durch gezielte Kleinübernahmen statt dem einen großen Coup wachsen, erklärte Mayer.

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Es wäre auch ein bisschen viel verlangt: Zum Internet-Pionier wechseln, die halbe Führungsmannschaft austauschen, iPhones an die Belegschaft verteilen, ein Kind bekommen und dann noch die Mutter aller Turnarounds in der Internet-Landschaft einleiten – selbst Wonderwoman Marissa Mayer hat das nicht alles in ein Quartal bekommen.

Dabei hat es genauer betrachtet nur an letzterem Punkt gehakt: Das Yahoo mit Mayer sieht keinesfalls besser aus als das Yahoo ohne seine neue glamouröse Chefin – zumindest auf dem Papier.  Umsätze im dritten Quartal 2011: 1,217 Milliarden Dollar. Zwölf Monate später: 1,202 Milliarden Dollar –  ein Minus von einem Prozent. Operativer Gewinn im September-Quartal 2011: 177 Millionen. Dieses Jahr: 152 Millionen Dollar – ein Minus von 14 Prozent.

Viele kleine statt einer Groß-Übernahme

Deutlich besser liest die Bilanz dagegen vor Abzug von Sonderposten: Plötzlich steht da ein üppiges Plus von 3,16 Milliarden Dollar – mehr als das Zehnfache des Vorjahres. Die Riesengewinne sind indes schnell erklärt: Sie resultieren aus dem Verkauf der Hälfte der Anteile an chinesischen Internet-Konglomerat Alibaba.

Was und was nicht Yahoo in Zukunft mit dem Geldsegen anstellen könnte, deutete Mayer im anschließenden Conference Call durchaus an. Die eine Großübernahme, über die die Branche seit Monaten spekuliert, fällt aus. Kein Hulu, kein Pinterest, kein Groupon.

Stattdessen Akquisitionen im kleinen Stil, wie es Yahoo schon mal bei Flickr propagiert hatte: Sie wolle lieber viele Übernahmen, die bis 100 Millionen Dollar kosten, tätigen als eine große. Gleichzeitig betonte die 37-jährige Ex-Google-Managerin, der Umbau des Konzerns werde Jahre dauern. Anleger goutierten Mayers Ambitionen nachbörslich mit einem Plus von fast fünf Prozent auf 16,50 Dollar.

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