Die verschwundenen Kindle-E-Books

Publishing Das US-Blog GigaOM erzählt eine interessante Gesichte von einer Norwegerin, die auf ihre kompletten Kindle E-Books, die regulär bei Amazon gekauft wurden, nicht mehr zugreifen konnte. Warum Amazon der Kundin den Zugriff auf die E-Books blockiert hat, ist nicht geklärt. Die Tatsache, dass solch ein Fall aber wieder einmal aufgetreten ist, erinnert daran, dass man E-Books nicht “kauft”, sondern lediglich Nutzungsrechte erwirbt. Ein gravierender Nachteil für die Verbraucher.

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Das US-Blog GigaOM erzählt eine interessante Gesichte von einer Norwegerin, die auf ihre kompletten Kindle E-Books, die regulär bei Amazon gekauft wurden, nicht mehr zugreifen konnte. Warum Amazon der Kundin den Zugriff auf die E-Books blockiert hat, ist nicht geklärt. Die Tatsache, dass solch ein Fall aber wieder einmal aufgetreten ist, erinnert daran, dass man E-Books nicht “kauft”, sondern lediglich Nutzungsrechte erwirbt. Ein gravierender Nachteil für die Verbraucher.

Der Fall der Norwegerin Linn Jordet Nygaard ist dabei schon ein bisschen kompliziert. Sie besaß einen Amazon Kindle, den sie von Norwegen aus benutzte, aber mit einem Kindle-Konto bei Amazon UK in Großbritannien verknüpft hatte. Später hat sie diesen Kindle an ihre Mutter weitergereicht und einen gebrauchten, zweiten Kindle über eine dänische Kleinanzeigen-Website gekauft und ihren Account darauf übertragen. Es gab, wenn man so will, ein gewisses Konto- und Kindle-Kuddelmuddel.

Und dann geschah es eines Tages, dass rund 60 regulär “gekaufte” E-Books auf dem Kindle blockiert waren. Laut einem Blog-Bericht erklärte Amazon nicht explizit, warum dies geschah. Amazon teilte offenbar lediglich mit, dass der Account geschlossen wurde, weil er mit einem anderen Account verknüpft war, der die Nutzungsregeln von Amazon verletzt habe. Nun kann es sein, dass der Second-Hand-Kindle ursprünglich mit einem Nutzerkonto betrieben wurde, mit dem die Amazon-Regeln auf irgendeine Weise verletzt wurden. Oder es könnte auch sein, dass Amazon den Einkauf in einem anderen Länder-Shop (hier Amazon UK von Norwegen aus), als Regelverstoß wertet. Das Problem ist: Man weiß es nicht. Am Ende steht eine Kundin da, die für viel Geld legal E-Books gekauft hat und diese nun nicht mehr lesen kann.

GigaOm weist darauf hin, dass es sich hier auch um ein Missverständnis handeln könnte, das sich bald klärt. Mag sein. Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit aber auf einen wichtigen Nachteil der digitalen Leseware: Die Verbraucher haben keine volle Kontrolle über ihre E-Books. Theoretisch kann eine Firma wie Amazon alle auf dem Kindle und in der Cloud gespeicherten E-Books löschen, blockieren oder verändern. Vor einigen Jahren gab es schon einmal einen Aufschrei, als wegen Lizenz-Streitigkeiten E-Books von George Orwell durch Amazon von diversen Kindles entfernt wurden.

Verbraucher sollte bei E-Books also stets im Hinterkopf behalten: Man erwirbt nicht ein Buch, sondern die Nutzungsrechte an einer Textdatei. E-Books haben Vorteile: Man kann sehr viele davon auf einem E-Reader transportieren, sie sind bequem zu lesen, man kann Notizen machen und sie mit anderen teilen, man kann sie von überall schnell herunterladen usw. Die mangelnde Kontrolle des Endverbrauchers über das E-Book ist aber ein Nachteil. Und ein ziemlich gravierender dazu. Amazon sollte in Fällen wie dem in Norwegen schnell und kulant reagieren, damit die Kunden nicht das Vertrauen ins legal gekaufte E-Book verlieren.

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