Medien maulen über DFB-Elf: ‚Blöd-Rekord‘

Publishing Was war das? Nach einer Führung mit vier Toren Vorsprung muss die DFB-Elf gegen Schweden noch mit einen Unentschieden vom Platz. Für die Presse einerseits eine Sensation, die nach markanten Worten schreit, andererseits aber genauso überraschend wie für alle anderen Zuschauer. Bild nennt das Ergebnis "dämlich" und sieht Jogi Löw in "Schockstarre". Die FAZ sieht "eine große Enttäuschung" und ein "großes Rätsel". In den Schwedischen Zeitungen ist derweil von einem "Wunder" zu lesen.

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"Damit haben wir dem schärfsten Konkurrenten in unserer Gruppe neue Hoffnung geschenkt", bilanziert die Bild am Tag nach dem Spiel und sieht den Bundestrainer in "Schockstarre". Das Boulevard-Blatt titelt zudem: "Mensch Jogi, war das dämlich". Weiter heißt es: "So wunderschön, so brutal, so bescheuert kann Fußball sein! Unsere Nationalelf stellte gestern einen Blöd-Rekord auf!" Kurz darauf heißt es noch einmal "Wir sind so blöd!".
Die FAZ erkannte im Spiel gegen Schweden zunächst "Chancen der Extraklasse" und einen "Abend zum Verlieben", der dann jedoch in "einer Einzigen Enttäuschung" und "als großes Rätsel" endete. Für das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande im November sehen die Frankfurter die DFB-Auswahl nun in der Pflicht: "Das letzte Spiel des Jahres, am 14. November in Amsterdam gegen die Niederlande, dürfte somit noch einmal, auch wenn es nicht um Punkte geht, eine ziemlich pikante Angelegenheit werden, auch für den Bundestrainer, für den das Ergebnis nach diesem Auftakt eine der größten Enttäuschungen seiner Amtszeit bedeutet haben muss."
Die Süddeutsche Zeitung nennt die Begegnung "Grotesk verschenkter Sieg", sieht sogar eine Krise: "Die Krise ist da in der deutschen Auswahl, vielleicht war sie nie wirklich weg in den letzten Monaten."
Der Express titelt: "Historisches Drama um deutsches Team". Das Ergebnis sei "am Ende auch irgendwie peinlich". Die taz twitterte: "4:0 geführt, Endstand 4:4. Hätte doch Schweden nie diesen Chuck Norrisson eingewechselt." Im Artikel selbst gibt man sich jedoch seriöser: "Im Hochgefühl von 60 brillanten Minuten leistete sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag in Berlin in der zweiten Halbzeit gleich mehrere unglaubliche Abwehrschnitzer und kassierte noch vier Gegentore."
11Freunde schreibt heute über ihren Live-Ticker vom Spiel: "Liebe Fans, falls ihr euch wundert, warum die Spaßtröten so schlapp aus den Mündern der Schland-Anhänger baumeln – das ist geschehen: Nach einer 4:0-Führung hieß es am Ende doch nur 4:4 gegen Schweden." Der passende Titel: "Siegst du noch? Oder verlierst du schon?"
Wenig überraschend fällt die Spielbewertung in den schwedischen Zeitungen anders aus. Die große Boulevard-Zeitung Aftonbladet zitiert im Titel den schwedischen Kapitän Zlatan Ibrahimovic: "Es ist wunderbar", hat aber auch zunächst eine "lausige" erste Halbzeit gesehen.
Das Svenska Dagbladet sieht im Ergebnis das "größte Wunder", dass in die Sporthistorie eingehen werde. Außerdem präsentiert die Tageszeitung den Audiomitschnitt der schwedischen TV-Übertragung, bei der Kommentator Lasse Granqvist den Gefühlen freien Lauf lässt.

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