Bayerischer Rundfunk baut Struktur um

Fernsehen Der Bayerische Rundfunk steht vor einem wegweisenden Umbau. Die strikte Trennung der einzelnen Mediengattungen soll aufgehoben werden. Statt in Hörfunk, Fernsehen und Online sollen sich die Journalisten innerhalb von Themengebieten gruppieren. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach informierte BR-Intendant Ulrich Wilhelm am Donnerstag den Rundfunkrat über die geplanten Änderungen. Die genauen Details sollen am kommenden Dienstag auf einer Personalversammlung verkündet werden.

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Eine solch massive Umbaumaßnahme gibt es bislang noch in keiner anderen ARD-Anstalt. Etwa 500 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen haben am Konzept für den Umbau mitgewirkt, berichtet die SZ. Etwa ein Jahr lang habe man vorgearbeitet, insgesamt seien 1.000 Personen involviert gewesen. Ziel sei vor allem eine engere Verzahnung bisher getrennter Sparten.
Die geplante neue Struktur kann durchaus als wegweisend angesehen werden. Denn im Endstadium würden in der Produktion die Grenzen zwischen den Mediengattungen zunehmend verschwinden. Dass zu ein und demselben Thema mehrere Kollegen unterschiedlicher Ausspielkanäle recherchieren oder Onliner und Rundfunker unabhängig voneinander zu identischen Terminen aufbrechen, könnte der Vergangenheit angehören.
Die Verantwortlichen scheinen aber sicher, dass dies nicht von heute auf Morgen gelingen wird. Die gesamte Reform soll auch aufgrund technischer Anpassungsprozesse bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen. "Es wird eine Kraftanstrengung werden, die aber durch das schnelle Zusammenwachsen der einzelnen Medien notwendig wird", sagte BR-Intendant Ulrich Wilhelm dem Bayernkurier.
Die organisatorischen Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die räumliche Situation. Die Studios in Unterföhring sollen laut der SZ innerhalb der nächsten elf Jahre aufgelöst werden. In den beiden Münchner BR-Standorten, Innenstadt und Freimann, werden hingegen Studios sowohl für Radio-, als auch für Fernseh- und Internet-Produktionen geschaffen. Der Großteil der BR-Mitarbeiter werde künftig in Freimann arbeiten, wo die Felder Spielfilm, Kultur und Sport, sowie das neu geschaffene "Aktualitäten-Zentrum" (AktZent) seinen Sitz haben sollen.
Ein solches wurde auch am Standort Nürnberg eingeweiht. Im dort ansässigen Studio Franken sollen künftig Fernseh-, Hörfunk- und Online-Journalisten gemeinsam die Nachrichtenlage für Franken auswerten und Meldungen aus der Region aufbereiten. Knapp fünf Millionen Euro hat sich der BR das neue Zentrum kosten lassen. "Wir freuen uns, im AktZent neue Wege gehen zu können. Franken in allen Facetten auf allen Ausspielwegen – das ist unser Ziel. Damit können wir dem trimedialen Reformprozess des BR wichtige Impulse geben", sagte Martin Wagner, der Leiter des BR-Studios Franken.

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