Yps: Infos und MEEDIA-Kritik zum Neustart

Publishing Es ist womöglich der mit der größten Spannung erwartete Zeitschriften-Launch des Jahres: Am Donnerstag kehrt Yps zurück - und das als Magazin für Erwachsene. Das Konzept besteht dabei vor allem aus Erinnerungen an das "alte" Yps und an die Dinge, mit denen das inzwischen erwachsene Publikum in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen ist: Spielkonsolen, Autos wie der Opel Ascona, Stars wie Michael Groß. MEEDIA präsentiert alle Infos zum Neustart und sagt, ob die erste Ausgabe etwas taugt.

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Die Geschichte von Yps begann 1969 in Frankreich – als Comic-Magazin mit dem Namen Pif Gadget, schon damals lagen Gimmicks bei. In Deutschland kam Gruner + Jahr 1975 auf die Idee, eine deutsche Version auf den Markt zu bringen, nach einigen Testausgaben kam am 13. Oktober die Erstausgabe heraus. Erstes Gimmick war ein "Schleuder-Katapult", mit dem sich Papierkügelchen abschießen ließen. Den Auflagenrekord von 610.000 gedruckten Exemplaren erreichte Yps schon 1976, doch obwohl dieser Rekord unerreicht blieb, lebte das Heft fast 25 Jahre. Mit der Ausgabe 1253 wird es im Oktober 2000 von Egmont Ehapa, das die Rechte 1999 von G+J erworben hatte, aber vorerst eingestellt.

2005 und 2006 folgt dann der erste Wiederbelebungsversuch, doch der Versuch, ein Magazin für Kinder und Altleser anzubieten, ist nicht von Erfolg gekrönt, nach vier Ausgaben ist wieder Schluss. Nun, im Oktober 2012 – fast genau 37 Jahre nach dem Start des Ur-Yps kommt also der Neustart mit völlig anderem Konzept. Ein auf hochwertigem Papier gedrucktes, klebegebundenes Magazin zum stolzen Preis von 5,90 Euro, das sich ausschließlich an Erwachsene richtet, die sich gern an ihre Kindheit und Jugend erinnern.

Nummer 1 aus dem Jahr 1976 und Nummer 1258 aus dem Jahr 2012

Mit der Vergangenheit bricht Yps trotzdem nicht, was sich auf dem – ansonsten etwas grenzwertig aussehenden Cover – schon durch den Aufdruck "mit Gimmick Nr. 1258" zeigt. Doch die Urzeitkrebse – übrigens das mit nun 22 Veröffentlichungen populärste Gimmick der Yps-Historie – sind nicht die einzige Reminiszenz an die alten Zeiten. So findet sich gleich auf den ersten Seiten der ersten Ausgabe eine ausführliche "Geschichte von Yps" mit vielen interessanten Details und Cover-Abbildungen. Auch die Doppelseite mit Kindheits-Fotos von Yps-Lesern oder dem Foto einer riesigen Tanne, die aus dem Gimmick Nr. 315 geworden ist, ist eine charmante Idee. Am Ende des Heftes gibt es zudem 16 Seiten mit Comic-Nachdrucken aus alten Yps-Ausgaben.

Retro-Inhalte gibt es auch im weiteren Verlauf der Erstausgabe zu Hauf: einen Artikel mit Gegenüberstellungen von Produkten, wie sie früher aussahen – und wie heute (MC-Walkman vs. MP3-Walkman, 1980er-Cola-Dose vs. 2012er-Cola Dose, Nike Air Max im Jahr 1987 und 2012, etc), einen Text über Spielkonsolen und Heimcomputer der späten 70er und frühen 80er-Jahre, oder eine tolle Fotostrecke mit Autos von damals: der Audi 80, der Renault 4 der der Opel Ascona. Ein Wiedersehen gibt es auch mit einem der großen Sport-Weltstars der 1980er: Was ist eigentlich aus dem Schwimmer Michael Groß geworden? Yps hat ihn interviewt.

Der Rest des Heftes besteht aus Inhalten, die zum Teil seltsam, zum Teil passend sind: "Rüdigers guter Rat!" vom Abenteurer Rüdiger Nehberg werden sicher viele Yps-Käufer gern lesen, ebenso vielleicht die Geschichte über den Hobby-Saurierforscher, der früher Yps gelesen hat. Und selbst der etwas seltsame Text des früheren Yps-Agenten, der anhand von alten Gimmicks schlussfolgert, dass "moderne Geheimdienste Yps einiges zu verdanken" hätten, wird so manchen Yps-Fan glücklich machen. Arg konstruiert sehen hingegen die Seiten aus, auf denen die Yps-Comic-Figuren Yps, Kaspar, Patsch und Willy mit Markenklamotten neu eingekleidet werden (wohl, um Produkte mit Marke und Preis abbilden zu können, wie es zu einem modernen Lifestyle-Magazin leider wohl dazu gehört).

Kritisieren muss man auch das Layout des Magazins. Nicht nur das Titelbild wirkt Schülerzeitungs-mäßig, auch im Heft selbst sehen zahlreiche Seiten so aus, als hätte man sich nicht getraut, den heutigen Lesern ein ordentliches, modernes Layout zu bieten. Stattdessen sehen viele Seiten so aus wie in den 1980er-Jahren – oder wie in einer Schülerzeitung. Das wirkt oft unpassend und steht auch im Gegensatz zum hohen Preis, dem Papier und der Bindung. So wirkt das neue Yps eben doch an vielen Stellen nicht wie ein modernes Magazin für Erwachsene.

Dennoch: Insgesamt ist das erste neue Yps definitiv eine gelungene Zeitreise in die eigene Vergangenheit früherer Yps-Leser und Menschen, die in den 1970er oder 1980er-Jahren aufgewachsen sind. Spannend wird es, wie die zweite Ausgabe aussehen wird, die im Frühjahr 2013 erscheinen soll. Sie wird dann ohne schöne Dinge wie die Yps-Chronik auskommen müssen.
Beworben wird das neue Yps übrigens mit einem Spot der Agentur Philipp und Keuntje – im Anschluss an den Spot zeigen wir auch noch einige Seiten aus dem neuen Yps.

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