Octane: Nichts für Matchbox-Sammler

Publishing An Motorsportzeitschriften mangelt es im Autoland Deutschland nicht. Eigentlich. Eines der Lieblingsblätter der Motorklassik- und Sportwagen-Fangemeinde gab es bisher allerdings nicht auf Deutsch: Octane von Dennis Publishing, ein Blatt für "Classic and Performance Cars". Die Reutlinger Premiummedia und ihr Geschäftsführer Sven Schrader haben sich nun eine Lizenz für Octane geangelt. Im Gespräch mit MEEDIA sagt Schrader, warum es unbedingt diese Zeitschrift sein musste.

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"Niemand fotografiert Autos so wie Octane", schwärmt Motorsportfan Schrader. Allein diese Tatsache rechtfertige schon einen Start auch in deutscher Sprache. "Treibstoff für Träume" haben Schrader und Chefredakteur Christian Kallenberg (u.a. FHM, Yps) sich als Claim ausgedacht. Das heißt: Die edlen Karossen und Boliden, die in Octane zu sehen sind, bezahlt man nicht mal eben aus der Portokasse. Aber das Blatt soll auch nichts für Matchboxautosammler sein. Von den geschätzten 500.000 Menschen in Deutschland, die einen Oldtimer ihr Eigen nennen, will Octane die Spitze ansprechen, d.h. die zahlungskräftigsten. In der Marketing-Sprache sind das "ambitionierte Fahrer", "leidenschaftliche Sammler", "automobile Genießer", schlicht: "Menschen, deren Leben Drehzahl hat".   

Ambitioniert ist auch die Auflagenzahl, mit der Octane in Deutschland an den Start geht: 75.000 Exemplare lässt Premiummedia drucken, eine Ausgabe kostet 6 Euro, sechsmal im Jahr soll das Magazin künftig erscheinen. Eine Anzeigenseite schlägt mit 4.400 Euro zu Buche (hier zu den Mediaunterlagen). Etwas günstiger wird es im hinteren Teil des 148 Seiten dicken Magazins, auf dem "Marktplatz". Dort schalten Autohändler aus aller Welt, um ihre vierrädrigen Preziosen feilzubieten. Markenanzeigen im Erstling haben u.a. Volkswagen, Mercedes-Benz, Uhrenhersteller Mühle, BMW und Hublot gebucht.

Kein Zufall ist es, dass sich Premiummedia an Octane herangemacht hat. Premiummedia ist Teil der kdgroup von Michael Köckritz und Berthold Dörrich. Beide sind Motorsportfans und haben im Laufe der Jahre das ein oder andere Motorsportheft entwickelt; ihre Agenturen haben für diverse Automobilkonzerne Publikationen entwickelt und produziert, etwa das Lamborghini-Magazin. Bei der "assoziierten" Agentur Red Indians Publishing entsteht u.a. das brachial-voluminöse Automagazin Ramp. Bei Octane sind Berthold Dörrich und die Rennfahrerin Gabriele Spangenberg (Michel Vaillant-Fans erkennen den Namen) als "Presenting Editors" dabei.

Im Wettbewerb steht Octane u.a. mit Motor Klassik von der Motor Presse Stuttgart (74.813 Verkaufte in II/2012), Auto Bild Klassik (114.642) sowie Oldtimer Markt (133.715) und Oldtimer Praxis (96.456). In Großbritannien verkauft Dennis Publishing etwa 40.000 Hefte pro Octane-Ausgabe, Sven Schrader peilt zunächst 20.000 verkaufte Exemplare als erste Zielgröße an. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass sich die Zielgruppe der Autofans in Zukunft noch stärker als bisher fragmentiert – und sich damit Chancen für neue Titel wie Octane auftun. Bevor er zu Premiummedia wechselte, arbeitete Schrader u.a. für Condé Nast (Vanity Fair, GQ) und Attic Futura (FHM).

Etwa drei Viertel der Texte stammen aus dem britischen Heft, ein Viertel haben deutsche Autoren beigesteuert. Zu lesen gibt´s u.a. eine Kolumne von Musiker Peter Kraus, einen Bericht vom Le Mans Classic, einen Fahrbericht von "Mr. Bean" Rowan Atkinson, der seinen McLaren F1 gegen den Bugatti Veyron auf die Strecke schickte (bevor er ihn ein paar Tage später schrottete) und die Titelgeschichte über den Lamborghini Miura P400. Die meisten Texte in Octane sind sehr ausführlich, die Autoren dürfen schon mal ins Detail gehen. Was bei der recht kleinen Schriftgröße zuweilen etwas gedrängte Seiten ergibt. Die Typo wurde zum englischen Original leicht angepasst. Ansonsten soll Octane möglichst den Motorsport-Lifestyle des Originals transportieren. Der Erstling bietet Fans eine Menge Lesestoff, auch die Bilder sind Hingucker. Da mag die ein oder andere Phrase ("Benzin im Blut") verziehen sein.

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