Fernsehpreis chancenlos gegen „Der Turm“

Fernsehen Die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises war auch in diesem Jahr kein großer Publikumserfolg. Trotz des wesentlich unterhaltsameren Konzeptes mit Oliver Welke und Olaf Schubert sahen die Gala im ZDF nur 3,19 Mio. Leute, der Marktanteil lag mit 10,9% deutlich unter den ZDF-Normalwerten. Immerhin: Die 8,7% aus dem Vorjahr wurden damit übertroffen. Den Tagessieg holte sich stattdessen der Abschluss des Zweiteilers "Der Turm", bei ZDFneo stellte "neoParadise" mit dem letzten Auftritt von Dirk Bach seinen Zuschauerrekord ein.

Werbeanzeige

Hier sind die 5 Dinge, die Sie über die Quoten vom Donnerstag wissen müssen:

1. Drittschwächster Fernsehpreis der Historie
Neue Minusrekorde gab es für den Deutschen Fernsehpreis immerhin nicht. Befürchten musste man die durchaus, schließlich lief die Gala kurioserweise erst zwei Tage nach der Veranstaltung im Fernsehen – und dann auch noch gegen starke Konkurrenz wie "Der Turm" im Ersten und die Europa League bei kabel eins. 3,19 Mio. Zuschauer und 10,9% sind daher ein Wert, der zwar nicht zu Jubelstürmen führen wird, der aber nicht so schlimm aussieht wie befürchtet. Das Moderatoren-Duo Oliver Welke und Olaf Schubert dürfte einen Anteil daran haben, dass es im Vergleich zu den Desaster-Zahlen des Vorjahres bei RTL (2,41 Mio. / 8,7%) immerhin ein Stück nach oben ging. Allerdings: Im kommenden Jahr ist wieder Sat.1 dran – und dort gab es im Jahr 2009 den historischen Fernsehpreis-Tiefpunkt von 1,34 Mio. Zuschauern.

2. "Der Turm" auch zum Abschluss ein Erfolg
Im Vergleich zum ersten Teil verlor das Ende der Literaturverfilmung "Der Turm" mehr als 1 Mio. Zuschauer: Aus 7,50 Mio. wurden nur noch 6,34 Mio. Der Marktanteil schrumpfte allerdings nur von 21,3% auf 19,7%, am Feiertags-Mittwoch sahen generell mehr Leute fern, als am Donnerstag. Mit den beiden Marktanteilen kann "Der Turm" zwar nicht als Megahit, aber auf jeden Fall als Erfolg verbucht werden. Auch im jungen Publikum überzeugte der Zweiteiler: Nach 1,70 Mio. 14- bis 49-Jährigen (11,8%) sahen am Donnerstag noch 1,54 Mio. zu, der Marktanteil stieg hier sogar auf 12,5%.

3. Dirk Bachs letzter TV-Auftritt beschert "neoParadise" Rekord
Die Anteilnahme am plötzlichen Tod von Dirk Bach war riesengroß. Kein Wunder, also dass auch sein letzter Auftritt in der ZDFneo-Show "neoParadise" ein größeres Interesse als normalerweise nach sich ziehen würde. 110.000 Leute sahen am Donnerstagabend zu – mehr waren es seit dem Start der Sendung nie. Der Zuschauerrekord, der bereits im März und im August jeweils einmal erreicht wurde, wurde damit eingestellt. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es mit 80.000 (0,8%) den bisher zweitbesten Wert für die Show.

4. Europa League beschert kabel eins zweistellige Marktanteile
Erneut war der Fußball für kabel eins ein großer Publikumserfolg. Das Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Fenerbahce Istanbul, das die Gladbacher verloren, schalteten in der ersten Halbzeit ab 21.05 Uhr 2,70 Mio. Fans (8,4%) ein, in Durchgang 2 ab 22.05 Uhr sogar 2,87 Mio. (12,0%). Auch bei den 14- bis 49-Jährigen gab es in der zweiten Halbzeit einen zweistelligen Marktanteil: 12,5% mit 1,22 Mio. Damit landete der Fußball in den Tages-Charts auch vor den Top-Programmen von Vox und RTL II: Bei Vox sahen "Transporter – The Mission" 1,08 Mio. junge Zuschauer (8,9%), RTL II kam mit den "Kochprofis" und dem "Frauentausch" nur auf jeweils 680.000 14- bis 49-Jährige und auf Marktanteile von 5,7% und 6,4%.

5. Auch "Cobra 11" bleibt vor dem Fernsehpreis
Im Gesamtpublikum musste sich der Deutsche Fernsehpreis nicht nur dem Ersten geschlagen geben, auch die RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" hatte deutlich mehr Zuschauer als die ZDF-Gala: 3,82 Mio. sahen die neue Folge um 20.15 Uhr, der Marktanteil lag damit aber nur bei soliden 12,1%. Im jungen Publikum war die Episode mit 1,89 Mio. und 15,7% das stärkste Prime-Time-Programm des Tages. Eine für den Flop "Person of Interest" ins Programm genommene "Cobra 11"-Wiederholung blieb aber klar dahinter: 1,56 Mio. 14- bis 49-Jährige reichten hier nur für 12,8%. "Person of Interest" war auch auf dem neuen, späteren Sendeplatz um 22.15 Uhr ein Misserfolg – mit ganzen 800.000 jungen Zuschauern und indiskutablen 8,6%. ProSieben kam mit "Galileo Big Pictures" unterdessen auf 1,37 Mio. 14- bis 49-Jährige und ordentliche 12,9%, Sat.1 mit "Criminal Minds" auf 1,34 Mio. bzw. 1,38 Mio. und 11,0% bzw. 11,5%.

Die Top 20 der meistgesehenen Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen und die "5 Dinge" der vergangenen Tage finden Sie wie immer hier.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige