Der “Halt’s Maul”-Ausraster von Kurt Beck

Fernsehen Bei einem Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in München nahm auch der noch amtierende rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck teil. Als ihn ein bayerischer Wutbürger während eines SWR-Interviews von hinten anpöbelte, wehrte sich Beck auf rustikal-pfälzische Art: “Können Sie mal das Maul halten für einen Moment? Einfach mal das Maul halten?”, so Beck. Der SWR ließ die Kamera laufen und sendete den Ausraster. Prompt setzte der mediale Sturm der Entrüstung ein.

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“Wir Bayern bezahlen den Nürburgring!”, hatte der Störenfried beim Interview aus dem Hintergrund reingerufen. Das traf Kurt Beck natürlich an empfindlicher Stelle. Immerhin gilt die Pleite des Nürburgrings und des dort errichteten Freizeitparks als persönliche Niederlage für Beck und als Geldgrab für die Steuerzahler. Auf die Aufforderung des Ministerpräsidenten, einfach mal das Maul zu halten, reagierte der Wutbürger mit der Aussage, er sei doch bloß ehrlich. Beck: “Sie sind nicht ehrlich, sie sind dumm. Das ist ein Unterschied.”

Dann wandte er sich wieder dem SWR-Reporter zu und bat darum, das Interview nochmals beginnen zu dürfen. Das geschah dann auch und Kurt Beck durfte Belangloses zur Bürgerbeteiligung mitteilen. Der SWR sendete den “Halt’s Maul”-Ausraster trotzdem und setzte damit ein Top-Thema für den Freitagmorgen. Bei Twitter und in Medien wird seither diskutiert: Darf ein Politiker so ausrasten? Beck selbst steht zu seinen Worten. Seine Sprecherin teilte der Bild mit: “Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen.”

Wie schon bei dem gesendeten Nachgespräch zwischen “heute journal”-Moderator Claus Kleber und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zeigt sich, dass Politiker vor allem dann Emotionen auslösen und Menschen bewegen, wenn sich sich von vorgestanzten Phrasen lösen. Es war übrigens auch nicht das erste Mal, dass Kurt Beck verbal draufhaut. 2006 machte er Schlagzeilen, als er einem abgerissenen Arbeitslosen, der ihn für Hatz IV verantwortlich machte empfahl: “Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.

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