Deli: Mehr Kochbuch als Lifestyle-Heft

Publishing In Burdas Offenburger Magazin-Küche braucht man sich keine Sorgen zu machen. Stephan Schäfers neuester Print-Streich Deli ist keine Konkurrenz für das eigene Treat-Projekt. Obwohl beide Magazin-Frischlinge auf die scheinbar selben Zutaten setzen, brauen sie aus den Ingredienzien Lifestyle, junges Lebensgefühl und Kochen doch zwei unterschiedliche Hefte. Beide Themen-Menüs schmecken anders, wobei das Hamburger-Gedeck keine Promis enthält und mehr als Kochbuch, statt als Lifestyle-Heft angerichtet ist.

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Tatsächlich stehen bei Deli ausschließlich die Rezepte im Vordergrund. Alles andere ist Beiwerk. So platzierte die Redaktion ein paar eingesprenkelte Seiten mit Deko-Tipps und Tisch-Accessoires. Ansonsten geht es bei dem jungen Magazin aus der Essen & Trinken-Redaktion überwiegend um die Arbeit am Herd und am Schneidebrett.

Der Titel verspricht "76 geniale Rezepte". Diese sind vor allem leicht und schnell. So gibt es Pasta, Salate, das perfekte Huhn und viel Gemüse. Fleisch und Fisch sind nur Randaspekte. Es ist offensichtlich: Die Redaktion gibt sich große Mühe, die junge Zielgruppe an deren eigenen Kochtöpfen und Einkaufsgewohnheiten abzuholen.

Zudem setzt Deli auf den immer stärker werdenden Trend der Back-Magazine. Mit Sweet Paul liegt seit ein paar Monaten ein höchst erfolgreicher Print-Neuling in den Kiosk-Regalen. Und auch Bauer holte mit seinem letzten Lecker Bakery-Heft ein höchst appetitliches Print-Backwerk aus dem Entwicklungs-Ofen. Nun versucht auch der Essen & Trinken-Ableger, mit Kuchen und Cupcakes zu punkten.

Titelvergleich: Treat, Lecker Bakery und Deli

Dabei naschen beide Titel teilweise vom selben Grundteig. So stellt sowohl Deli, wie auch Lecker Bakery drei Food-Bloggerinen vor, von denen zwei auch noch identisch sind. Immerhin unterscheiden sich die Fotoproduktionen aus den Küchen der Bloggerinnen. 

Zu Burdas Treat dagegen gibt es vor allem optische Übereinstimmungen. So arbeitet das Gruner + Jahr-Magazin genauso wie das Testheft der Offenburger Journalistenschüler viel mit handschriftlichen Notizen und vermeintlichen Krakeleien, die über und in die Fotos gelegt sind. Inhaltlich unterscheiden sich beide Konzepte doch sehr. Das zeigt allein schon der Claim von Treat. Er lautet: "Stars, Ausgehen, Essen, Trinken". Weder Promis noch Ausgehen spielen bei der Hamburger Rezepte-Zeitschrift eine Rolle. Das passende Motto der Hanseaten: "Wir treffen uns in der Küche".

Die Redaktion konzipierte Deli als "Magazin für Menschen, die gerne kochen und noch lieber essen. Die einfache, schnelle und trotzdem grandiose Rezepte genießen wollen. Die sich Freunde einladen, um mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen, ohne stundenlang in den Töpfen zu rühren. Und die es mögen, ohne viel Aufwand alte Teller in knappbunte Küchenkunst zu verwandeln. Denn auch das ist Deli. Das neue Magazin gibt immer wieder Do-it-yourself-Tipps, wie sich alte Sachen neu aufmöbeln lassen.
In diesem Bereich konnte die Redaktion den gesamten Sommer über bereits einige Erfahrung sammeln, denn auch Deli ist der Versuch aus dem scheinbar angestaubten Print-Konzept einer Genuss- und Koch-Zeitschrift ein junges hippes Accessoire zu zaubern. Das ist den Machern tatsächlich ganz gut gelungen. Jetzt muss es ab dem 8. Oktober nur seine Zielgruppe finden, der Schäfers Heft-Menü schmeckt. Denn bis jetzt handelt es sich bei Deli lediglich um ein Testheft zum kosten.

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