Brand Eins: Presserat gibt Unterlassung ab

Publishing Böse Schlappe für den Presserat: Am vergangenen Freitag hatten die Medienwächter Brand Eins noch wegen eines Verstoßes gegen die Trennung von Werbung und Redaktion gerügt. Am Montag mussten sie deshalb nun eine Unterlassungserklärung abgeben. So mussten sich die Berliner offenbar verpflichten, nicht weiter zu behaupten, dass das Wirtschaftsmagazin eine Publikation im Auftrag der pharmazeutischen Industrie geschrieben habe.

Werbeanzeige

Nach Meinung des Presserates soll das Wirtschaftsmagazin im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie eine Beilage produziert haben, die mit der regulären Ausgabe des Magazins verkauft wurde. Das Heft hatte die Überschrift "Hilfe! – Zwischen Krankheit, Versorgung und Geschäft" und bezeichnete sich als "Ein Magazin über die Pharmaindustrie".

In dieser Publikation sahen die Medienwächter die "gebotene klare Trennung" von Redaktion und Werbung verletzt. "Für den Leser erweckte sie den Eindruck einer Sonderausgabe von Brand Eins". Weiter hieß es in der Begründung: "Es handelte sich jedoch um eine Auftragsproduktion, die von einem Verband finanziert wurde. Das Gremium ging davon aus, dass dessen Interessen Einfluss auf die Grundrichtung des Heftes genommen haben. Durch diese Art von Publikation und das dahinter stehende Geschäftsmodell gerät die Glaubwürdigkeit der Presse in Gefahr."

Damit lagen die Medienwächter allerdings offenbar daneben. Denn der betreffende Text ist nicht dem Magazin, sondern der Corporate Publishing-Tochter zuzuschreiben. „Nicht nur im Impressum der gerügten Publikation, sondern auch in der Stellungnahme, die die brand eins Redaktions GmbH & Co. KG im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gegenüber dem Presserat abgegeben hat, wird ausdrücklich mitgeteilt, dass es sich um eine Publikation der Verlagstochter Brand Eins Wissen GmbH & Co. KG handelt“, erklärte das Wirtschaftsmagazin bereits am Freitag. „Dabei handelt es sich um die Corporate Publishing-Gesellschaft der Brand Eins Medien AG, mit eigener Geschäftsführung und eigener Redaktion, die seit 2001 Publikationen im Auftrag erstellt. Die Redaktion des Wirtschaftsmagazins brand eins war zukeinem Zeitpunkt in die Arbeit an dieser Fremdproduktion involviert."

Neben der Unterlassungserklärung verpflichtete sich der Presserat noch im Fall der Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe. Zudem ist der Trägerverein des Deutschen Presserats bereit, Brand Eins den aus der Verbreitung der Äußerungen entstandenen Schaden zu ersetzen.

Nachtrag (Donnerstag 4. Oktober):
Die Unterlassungserklärung bezieht sich allerdings nicht auf die Rüge, sondern nur auf eine Formulierung aus der Pressemitteilung. Diese lautete: „Die Redaktion des Wirtschaftsmagazins hatte – im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie – eine Publikation geschrieben, die mit einer regulären Ausgabe der Zeitschrift verteilt wurde.“

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige