Nürnberger Abendzeitung vor dem Aus

Publishing Die Nürnberger Abendzeitung sucht händeringend einen Investor: Verleger Gunther Oschmann, der sein Geld vor allem mit Telefonbüchern gemacht hat, will sich aufgrund von Verlusten in Millionenhöhe vom Blatt trennen. Erst 2010 hatte er es von der Verlegerfamilie Friedmann gekauft. Sollte in de nächsten Tagen kein Käufer gefunden werden, droht dem Boulevardblatt das Aus.

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Laut Bayerischem Journalisten-Verband wären 50 Mitarbeiter, darunter 25 in der Redaktion, betroffen, sollte das Blatt eingestellt werden. Zehn befristete Stellen sollen bereits Ende September auslaufen. "Gunther Oschmann ist in Nürnberg als Mäzen für Kultur und Medien sehr geschätzt", sagt Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbands.
Er fordert: "Nun muss er sich seiner Verantwortung stellen und eine Monopolisierung des Zeitungsmarktes in der Noris verhindern." Nach der redaktionellen Teil-Verschmelzung von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung würde bei einer Schließung der Abendzeitung Nürnberg die Meinungsvielfalt nicht mehr ausreichend gesichert sein.
"Die Mitarbeiter der Abendzeitung Nürnberg sind motiviert und stehen voll hinter dem Blatt", sagt Stöckel. Ob das jedoch alleine ausreicht darf bezweifelt werden. Die verkaufte Auflage sank in den vergangenen Jahren seit dem Kauf durch Oschmann um etwa 3000 Exemplare von über 17.500 Stück im ersten Quartal 2010 auf zuletzt knapp 14.500 Exemplaren.

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