Die Fun-Facts zu “Ein plötzlicher Todesfall”

Publishing Heute ist ein Festtag für den Buchhandel, denn das neue Buch von “Harry Potter”-Autorin Joanne K. Rowling hat Verkaufsstart: “Ein plötzlicher Todesfall” ist eine Art englischer Kleinstadt-Krimi für Erwachsene. Das Buch soll fast im Alleingang die Bilanz des Buchhandels für das Gesamtjahr retten. Vor dem Start gab es viele kuriose Fakten rund um “Ein plötzlicher Todesfall” und die drakonischen Sicherheitsvorkehrungen. MEEDIA hat die Fun Facts zum Buchereignis des Jahres zusammengetragen.

Werbeanzeige

Top Secret!

Noch nie war die Geheimhaltung vor einer Buchveröffentlichung so groß. Angeblich kannten vor dem Verkaufsstart am 27. September weltweit nur rund 30 Menschen das Manuskript zu “Ein plötzlicher Todesfall. Das Buch erscheint zunächst nur auf Englisch und auf Deutsch. Die deutschen Übersetzerinnen Susanne Aeckerle und Marion Balkenhol mussten für die Übersetzungsarbeit extra zum englischen Verlag Little, Brown nach London reisen. Die Computer für die Übersetzungsarbeit seien dafür extrem gesichert gewesen, teilte der Verlag mit. Es gab auch keine Vorab-Exemplare für die Medien. Grund: Die Verlage hatten Angst, dass Kopien des Buchs vor der Veröffentlichung angefertigt werden und in Internet-Tauschbörsen gelangen.

Retter des Buchhandels

Der deutsche Buchhandel setzt große Hoffnungen auf “Ein plötzlicher Todesfall”. Die Umsätze im klassischen Buchhandel lagen bis zum Herbst noch knapp unter denen des Vorjahres. “Ein plötzlicher Todesfall” soll jetzt quasi die ganze Branche im Alleingang ins Plus drehen. Im Alleingang? Nicht ganz. Da wäre ja auch noch der zweite Teil der Sadomaso-Schmonzette “Shades of Grey”, der in den Handel kommt. Der Goldmann-Verlag beziffert die Auflage von “Shades of Grey” Teil zwei mit einer Mio. Carlsen rechnet damit, dass von “Ein plötzlicher Todesfall” bis Silvester rund 700.000 Exemplare verkauft werden. Die Startauflage in Deutschland liegt bei 500.000.

Drakonische Sicherheitsvorkehrungen

Um “Ein plötzlicher Todesfall” verkaufen zu dürfen, mussten Buchhändler mit drastischen Sicherheitsvorkehrungen einverstanden sein. Vor dem offiziellen Verkaufsstart am 27. September um 9 Uhr durften weder die Verschweißungen des Buches geöffnet werden, noch durfte das Buch in Schaufenstern ausgestellt werden. Händler mussten sich verpflichten, das Buch nicht zu öffnen und zu lesen. Auch durfte das Buch keinesfalls vor dem Verkaufsstart Kunden zugänglich gemacht werden. Für jedes zu früh in Umlauf gebrachte Exemplar von “Ein plötzlicher Todesfall” droht eine Vertragsstrafe von 1.000 Euro, die für einen guten Zweck gespendet wird. Gedruckt wurde das Buch in einem abgesperrten Bereich, Druckerei-Mitarbeitern war es verboten, Foto-Handys mitzubringen. Ausgeliefert wurde “Ein plötzlicher Todesfall” in verplombten Lastwagen.

Rätselhafte Werbung

Die Werbeagentur Das Comitee wurde von den beiden deutschen Verlagen Carlsen (Hardcover) und Ullstein (Taschenbuch) mit einem Werbeclip für “Ein plötzlicher Todesfall beauftragt”. Das Problem: Auch die Werber durften das Buch nicht vorab lesen, mussten also Werbung für ein Produkt erfinden, das sie gar nicht kannten. Das Comitee löste das Problem elegant und erfanden den Claim “Jeder hat etwas zu verbergen”.
###YOUTUBEVIDEO###

Nobelpreis für JK Rowling?

Der deutsche Schriftsteller Uwe Tellenkamp (“Der Turm”) sieht die Autorin von “Ein plötzlicher Todesfall schon auf dem Weg zum Literatur-Nobelpreis. Der dpa sagte Tellenkamp, Rowlings Werk sei "die erste unzweifelhaft bleibende literarische Leistung unserer Zeit". Er würde sie gerne als Nobelpreisträgerin sehen. Dass Frau Rowling tatsächlich den Nobelpreis erhält, darf freilich als eher unwahrscheinlich gelten.

Medien-Hype

Spiegel Online schießt in Sachen Medien-Hype rund um das neue Rowling-Buch den Vogel ab und inszeniert einen Live-Ticker zum Buch-Start, bei dem Live gelesen werden soll. Problem: Der Carlsen-Kurier kam mit über einer Dreiviertel-Stunde Verspätung. Die SpOn-Live-Leser nahmen es gelassen und sich selbst erfreulicherweise nicht zu ernst: “Wir entschuldigen uns bei all unseren Leserinnen und Lesern für diese, einem Onlinemedium so gar nicht zu Gesichte stehende Hektik und versprechen: Das nächste Mal lassen wir es ruhiger angehen.”

Nur für Erwachsene!

Warum eigentlich ist “Ein plötzlicher Todesfall” nur für Erwachsene geeignet? Die Autorin JK Rowling ließ nur soviel durchblicken: Es wird geflucht (!), es geht um Sex und Drogen. Auf Seite fünf fällt Barry Fairbrother, Gemeinderat des Städtchens Pagford, tot auf dem Golfclub-Parkplatz um. Harter Stoff.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige