Thomas Leif und der Zorn der Medienfrauen

Publishing Thomas Leif, Chefreporter des SWR und Organisator des Mainzer Medien Disputs hat Ärger mit Frauen. Andrea Ernst, die Vorsitzende des Journalistinnenbundes hat Leif in einem offenen Brief scharf kritisiert. Der Vorwurf: Leif habe die Panels und Diskussionsrunden beim nächsten Medien Disput aus “konsequent männlicher Sicht” besetzt. Von sechs Moderatoren sind fünf Männer, von 27 Panelteilnehmern sind 25 Männer. Ernst attestiert Leif einen “entschlossenen Tunnelblick”.

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Ironisch schreibt die Vorsitzende des Journalistinnenbundes: “Diese beharrliche Leugnung der professionellen Arbeit von Kolleginnen verdient Anerkennung. Hier zeigt sich Ihre journalistische Qualität: Wo würden wir landen, wenn auf einem der wichtigsten Diskussionsforen der Republik erfolgreiche Chefredakteurinnen, Verlegerinnen, Medienmacherinnen oder Autorinnen sichtbar wären?”

Andrea Ernst weiter: “Besondere Würdigung verdient auch der Eröffnungsabend, der 15. Oktober: Das Thema ‘Endstation Boulevard – Untergangssehnsucht und Politik-Trauma’ verhandeln fünf Männer. Es bleibt so sehr zu hoffen, dass die angefragte Charlotte Roche tatsächlich absagt, damit der einheitliche Testosteroneindruck seine volle Kraft entfalten kann.” Als “angefragt” wird im Programm des Medien Disputs neben Charlotte Roche auch der Axel-Springer-Lobbyist Christoph Keese geführt.

Aber nicht nur der Mainzer Medien Disput stößt der Vorsitzenden des Journalistinnenbundes sauer auf – auch eine von Leif verantwortete Diskussionsrunde in Berlin am 13. November wird von ihr ironisch kritisiert: “Das Streit-Thema ,Unter 3 – Politiker und Journalisten in einem Boot?‘ verhandeln sechs Herren exklusiv unter sich. Bravo!!! Endlich keine Frauenquote! Nur das eiserne Negieren der Qualifikation des weiblichen Teils in unserem Berufstand sichert Ihre eintönige Sicht auf die Dinge. Für diese Blindheit, die so zielsicher an den Kriterien von Qualitätsjournalismus vorbei geht, danken wir Ihnen ganz herzlich!”

Im Journalistinnenbund sind rund 450 Medienfrauen aus ganz Deutschland organisiert, die sich vorrangig für Genderthemen, journalistische Qualität und Menschenrechte einsetzen.
Auf der Website des Journalistinnenbundes ist der offene Brief an Thomas Leif dokumentiert.

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