Bild.de und SpOn haben die treuesten Leser

Publishing Die beiden größten Nachrichten-Websites haben auch das treueste Publikum. Das ist eins der Ergebnisse einer MEEDIA-Auswertung der aktuellen IVW- und AGOF-Daten. Demnach sorgte ein Unique User bei Bild.de im Monat Juli für fast 15 Visits, ein Spiegel-Online-Nutzer für fast 13. Besonders treu sind Nutzer auch bei n-tv.de und Boulevard-Angeboten wie Express und Mopo. Die geringsten Treue-Werte verzeichnen News.de mit 1,6 Visits pro Unique User, sowie das Berliner Duo Morgenpost und Zeitung.

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Das Thema Lesertreue ist im Netz nicht zu unterschätzen. Zwar lässt sich mit Mitteln wie SEO und SEM kurzfristig der Traffic erhöhen, doch will ein journalistisches Angebot dauerhaft erfolgreich sein, muss es die über Suchmaschinen angelockten Menschen auch überzeugen. Je besser das gelingt, desto öfter und regelmäßiger wird der Nutzer wieder kommen. Kosten für SEO und SEM können dann eingespart werden, ohne dass Traffic und eventuelle Werbeeinnahmen wegbrechen.

Anderthalb Jahre ist es her, seit MEEDIA zum bisher letzten Mal errechnet hat, wie treu das Publikum der größten Nachrichten-Angebote ist. Die Methodik ist heute dieselbe wie damals: Wir setzen die Unique User der 50 derzeit größten Nachrichten-Angebote des MEEDIA-AGOF-Rankings ins Verhältnis zu den jeweiligen Visits laut IVW. Das ist relativ gut möglich, da die AGOF-Zahlen u.a. auf denen der IVW basieren. Da die AGOF nur deutsche Unique User ausweist, haben wir uns bei der IVW-Komponente auf die Visits aus dem Inland beschränkt.

Für Bild.de bedeutet das beispielsweise: 12,85 Mio. Unique User haben im Juli 191,97 Mio. Visits erzeugt, also 14,9 pro Person. Das ist der höchste errechnete Wert der 50 Angebote. Und: Im Vergleich zum Januar 2011 hat sich die Treue der Nutzer sogar noch deutlich erhöht. Damals kam Bild.de auf 11,6 Visits pro Nutzer. Mithalten kann in diesem Treue-Ranking vor allem Spiegel Online, das sich von 11,3 auf 12,9 Visits pro Unique User steigerte.

Platz 3 geht an n-tv.de, das 9,1 Visits pro Nutzer erreicht. Hier könnte der hohe Wert wohl auch mit den Börsenseiten und dem Ableger Telebörse.de zu tun haben, der bei IVW und AGOF unter dem n-tv-Dach mitgezählt wird. Auch andere Websites mit starkem Börsen- und Finanzteil erreichen nämlich hohe Leserbindungswerte: Handelsblatt, FAZ und FTD finden sich allesamt in der Top Ten wieder.

Ebenfalls treue Nutzer verzeichnen diverse Boulevard-Angebote: Neben Bild.de liegen hier die Werte von Express.de und Mopo.de sehr hoch. Mit 8,7 bzw. 7,9 Visits pro Unique User erreichen sie die Plätze 4 und 5 des Rankings. Von den großen Zehn des aktuellen AGOF-Rankings findet sich neben Bild.de und Spiegel Online nur FAZ.net und Süddeutsche.de in der Top Ten. Focus Online belegt hinter Welt Online Rang 18. Auch hier dürfte das Börsen-Beiboot Finanzen100 ein entscheidender Faktor für bessere Zahlen sein. Mit 450.000 Unique Usern erreicht Finanzen100 mehr als 20 Mio. Page Impressions, also mehr als 50 pro Nutzer. Auch die Zahl der Visits pro Unique User dürfte hier hoch sein und den Focus-Online-Wert positiv beeinflussen.

Die geringste Lesertreue haben von den zehn größten Nachrichten-Websites stern.de, RP Online und das Hamburger Abendblatt. Sie kommen auf jeweils 2,8 bis 3,5 Visits pro Unique User. Ein Grund könnte hier der Faktor Google sein. Besonders gute Suchmaschinenoptimierung spült einer Website viele Besucher herbei, die aber schnell wieder weg sind, wenn sie nicht das finden, was sie gesucht haben – oder wenn ihnen die Inhalte nicht gefallen.

Die ganz hinteren Plätze belegen News.de (mit nur 1,6 Visits pro Unique User), die Berliner Morgenpost und die Berliner Zeitung. Auffällig ist, das gleich drei Angebote von Axel Springer eine sehr geringe Lesertreue verzeichnen: Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt und BZ finden sich auf den zehn hinteren Plätzen.

Interessant ist auch der Blick auf die Lesertreue-Tendenz. Während die meisten Websites ihre Werte in den vergangenen anderthalb Jahren verbessert haben – auf den hinteren Plätzen beispielsweise auch die B.Z., das Hamburger Abendblatt, die Zeitungsgruppe Thüringen, die Wirtschaftswoche und die Berliner Morgenpost, gingen sie bei drei der 50 Angebote sogar nach unten. So fiel die Frankfurter Rundschau von 2,6 Visits pro Unique User auf 2,4, FTD.de von 6,0 auf 5,2 und das manager magazin sogar von 4,6 auf 3,5. Dort könnte die Kooperation mit Spiegel Online ein Faktor sein: Das Karriere-Ressort von SpOn zählt bei IVW und AGOF mit zum manager magazin. Das sorgt für viele verschiedene Nutzer, die aber unterdurchschnittlich viele Artikel lesen.

Hinweis: In der ersten Version dieser Analyse wurden für Süddeutsche.de, Focus Online und die Westfälischen Nachrichten leider falsche Visits-Daten gewertet (Gesamt-Visits statt Inlands-Visits). Die drei Angebote waren daher fälschlicherweise besser platziert als in der nun korrigierten Version. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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