Barron’s: Facebooks fairer Wert bei 15 Dollar

Erneute Klatsche für das weltgrößte Social Network: Der Wall Street Journal-Ableger Barron’s hat den Hoffnungen auf ein Börsencomeback von Facebook in der neuen Ausgabe eine klare Absage erteilt. "Noch immer zu teuer", lautete die aktuelle Titelstory, die den fairen Wert des Börsenneulings bei lediglich 15 Dollar sieht. Das wären noch mal happige 35 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Freitag. Die Facebook-Aktie hatte sich zuletzt nach dem Auftritt von Mark Zuckerberg auf der TechCrunch-Konferenz deutlich erholt.

Werbeanzeige

Erneute Klatsche für das weltgrößte Social Network: Der Wall Street Journal-Ableger Barron’s hat den Hoffnungen auf ein Börsencomeback von Facebook in der neuen Ausgabe  eine klare Absage erteilt. "Noch immer zu teuer", lautete die aktuelle Titelstory, die den fairen Wert des Börsenneulings bei lediglich 15 Dollar sieht. Das wären noch mal happige 35 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Freitag. Die Facebook-Aktie hatte sich zuletzt nach dem Auftritt von Mark Zuckerberg auf der TechCrunch-Konferenz deutlich erholt.
Es sah aus wie der große Befreiungsschlag für Mark Zuckerberg: Eine halbe Stunde stand der Facebook-CEO, der bislang nicht gerade für seine rhetorischen Fähigkeiten in der Öffentlichkeit bekannt war, Mike Arrington auf der TechCrunch-Disrupt-Konferenz Rede und Antwort – und schlug sich dabei überraschend gut
So gut, dass Anleger die Facebook-Aktie in den vergangenen acht Handelstagen seit dem TechCrunch-Auftritt um mehr als 20 Prozent auf wieder 23 Dollar nach oben schickten. "Das könnte der Beginn eines monströsen Comebacks sei" , schürte das Blog-Konglomerat Business Insider schon die Hoffnung auf weitere, üppige Kursgewinne.
Barron’s senkt den Daumen: "Noch immer zu teuer"
Von renommierter Adresse kommt nun eine Absage. Barron’s das wohl renommierteste Anlegermagazin der Welt, das schon 2000 mit einer aufsehenerregenden Titelgeschichte die Luft auf Internetaktien ließ ("Burning Up"), knöpft sich in dieser Ausgabe nochmals Facebook vor. Bereits zur Einreichung des Zulassungsantrags im Februar und wenige Tage vor dem IPO hatte der Magazin-Ableger des Wall Street Journals gewarnt.
Nun der erneute Nackenschlag für Facebook-Aktionäre: "Noch immer zu teuer", titelt Barron’s vier Monate nach dem Börsengang des Jahres, der Aktionäre in der Spitze die Hälfte ihres Einsatz gekostet hat. 
Schwenk zur mobilen Nutzung ein wachsendes Problem
Die Gründe dafür sind so schnell erklärt wie bekannt: Auf Basis der Gewinnschätzungen der Wall Street für dieses Jahr wird Facebook mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 48 gehandelt, das immer noch turmhoch über dem Durchschnitt des marktbreiten S&P 500 von 15 liegt. Auch fürs nächste Jahr bleiben die Schätzungen bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 63 Cent mit einem KGV von 36 extrem ambitioniert. 
"Die Aktie wird mit hohen Multiplen beim Gewinn und Umsatz gehandelt, und das, während die Unsicherheit für das Geschäftsmodell wächst", mahnt Barron’s an. Der Wall Street Journal-Ableger benennt dabei explizit den immer größeren Nutzerschwenk zur mobilen Facebook-App, auf der Nutzer aber kürzer verweilen würden und die weniger Raum für Werbemöglichkeiten bieten würde. 
Kursziel 15 Dollar
"Jeder Anleger sollte sich Sorgen machen, dass Facebook dabei ist ‚herauszufinden’, wie ‚Mobile’ funktioniert und dafür eine Milliarde für Instagram überweisen müssen",  wird ein institutioneller Investor zitiert. "Der Paradigmenwechsel zur App ist definitiv schlecht für Facebook", erklärt auch der Analyst Paul Sagawa von Sector & Sovereign Research. "Warum noch Spiele spielen, einen Artikel lesen oder einkaufen, wenn man Facebook direkt per App nutzen kann", sieht Sagawa Werbemöglichkeiten gegenüber der Desktop-Version wegbrechen. 
Zudem dürfte Facebooks Aktienkurs durch die weiteren Insiderverkäufe in den kommenden Monaten unter Druck gesetzt werden, erinnert Barron’s an ein altbekanntes Argument. Was die Facebook-Aktie nun am Ende wert ist? "15 Dollar vielleicht", benennt Barron’s etwas widerwillig ein Kursziel. "Das würde einem KGV von 24 und dem Sechsfachen des Umsatzes entsprechen und wäre immer noch kein Schnäppchen", so Barron’s. Die härtesten Zeiten stünden Aktionären demnach noch bevor. 

Update 19 Uhr: Barron’s Analyse zeigt Wirkung: Im frühen Handel an der Wall Street kollabiert die Facebook-Aktie regelrecht und fällt um mehr als 10 Prozent auf 20,50 Dollar zurück.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige