WAZ-Gruppe will 20 Prozent einsparen

Publishing Der DJV in NRW schlägt Alarm: Nach Angaben der Gewerkschaft will die WAZ-Gruppe massive Kosteneinsparungen umsetzen. So ist die Rede davon, dass bis 2014 alle Konzernbereiche – unabhängig von ihrer aktuellen Ergebnis- und Renditesituation - 20 Prozent der Kosten einsparen sollen. Das würde auch die Regionalredaktionen betreffen, die gerade eine große Lokal-Offensive fahren und erst eine heftige Restrukturierung hinter sich gebracht haben. Hintergrund sollen massive Einbrüche bei den Anzeigenerlösen sein.

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Die Kostensenkungspläne wurden bereits auf einer Betriebsversammlung angedeutet und von der WAZ-Konzernsprecherin gegenüber dem Gewerkschafts-Blog Medienmoral-NRW bestätigt.

Wie es gelingen soll, die Kosten um 20 Prozent zu senken, ist demnach noch unklar. So sei ein Schreiben an eine kleine Gruppe von Führungskräften verschickt worden, indem diese laut einer WAZ-Sprecherin dazu motiviert werden sollen, "im jeweils eigenen Bereich die Potenziale zur Kostensenkung zu identifizieren, statt immer auf andere Bereiche zu verweisen". Allerdings waren diese Informationen wohl nicht zur Veröffentlichung bestimmt und "eventuell missverständlich formuliert".
"Die Geschäftsführung der WAZ Mediengruppe führt mit den Top-Führungskräften in einem üblichen unternehmerischen Prozess eine Analyse über die Kostenbasis für das Jahr 2014 durch", erklärte die Sprecherin gegenüber MEEDIA. "Das Ziel ist, die Kostenbasis um 20 Prozent abzusenken. Es werden jetzt in den einzelnen Bereichen Kostensenkungspotenziale identifiziert und diskutiert. Am Ende dieses Planungsprozesses wird darüber entschieden, nicht am Anfang!"

"Es ist ein Rätsel, woher die Geschäftsführung die Idee nimmt, es gebe noch genug ‚Speck‘, um ein weiteres Fünftel einzusparen. Jedenfalls in den Redaktionen ist das Ende der Fahnenstange erreicht", kritisiert Helmut Dahlmann, Vorsitzender des DJV-Landesverbands Nordrhein-Westfalen. Bereits 2009 fielen nach dem sogenannten Schickler-Plan 300 der ehemals 900 Redakteursstellen bei der WAZ, NRZ, Westfälischer Rundschau (WR) und Westfalenpost (WP) weg.

Tatsächlich hatten viele Mitarbeiter des Verlages die Hoffnung, dass sich die Zeiten im Essener Verlagshaus nach der Übernahme der Brost-Unternehmensteile durch Petra Grotkamp wieder beruhigen würden. Da scheinen sie sich geirrt zu haben. 

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