Twitter: Wem Kai Diekmann in Palo Alto folgt

Publishing Eine alte Web2.0-Weisheit lautet: Sag' mir wem Du folgst, und ich sage Dir, wer Du bist. Der Blick auf die Liste der Menschen und Medien, deren Postings eine Person liest, verrät so Einiges. Bild-Chef Kai Diekmann, Bildungsreisender im Silicon Valley, ist seit gestern bei Twitter und interessiert sich neben dem Silicon Valley weiter für die FAZ, dpa und Medienstorys aus Good old Germany - natürlich aber auch für die US-Lehrmeister Jeff Jarvis, Michael Arrington oder Tim O’Reilly.

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Bislang folgt der Bild-Chefredakteur 37 Personen und Feeds. Seine bisherigen 15 Tweets haben dagegen 731 Personen (Stand 21. September, 9:30 Uhr) abonniert. Die ersten drei Personen, deren Statusmeldungen der Blattmacher außer Dienst für verfolgenswert erachtete, waren die des ehemaligen Bild-Mitarbeiters und neuen Twitter-Deutschland-Chef Rowan Barnett, seines Reisegefährten und Springer-Vermarkters Peter Würtenberger und des Web-Denkers und Diekmann-Freundes Jeff Jarvis. Letzterer überzeugte den Bild-Chef vor Jahren bereits, eine kleine Billig-Video-Kamera auf den Markt zu werfen, mit der Hobbyreporter eigene Videos drehen und bei Bild.de hochladen können.

Die Follower-Liste von Kai Diekmann

Aus dem Springer-Universum folgt Diekmann neben Würtenberger noch dem Bild.de- und dem Bild.de-News-Feed sowie dem Verlagssprecher Tobias Fröhlich und Content-Manager Pit Gottschalk. Dagegen scheint sein Interesse an der dpa und der FAZ weit höher zu sein. Von den Frankfurtern liest der Boulevard-Blattmacher drei Feeds, genauso wie von der dpa (inklusive Chefredakteur Wolfgang Büchner).

Bei seinem Microblogging-Start verzichtet der Neu-Zwitscherer allerdings auf den deutschen Premieren-Klassiker schlechthin. Diekmann folgt nicht Sascha Lobo, und auch der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher fehlt auf seiner Liste, ebenso der Spiegel.

An deutschen Journalisten-Kollegen interessiert sich Diekmann unter anderen für Netz-Ökonom Holger Schmidt, Thomas Knüwer oder Tim Klotzek. Von den Branchendiensten folgt der Bild-Chef in Palo Alto Turi2 und MEEDIA, zudem wirft er einen Blick auf die Medien-Aggregator Altpapier. Einzige politische Person auf der Twitter-Agenda des Studienreisenden ist Regierungssprecher Steffen Seibert.

Natürlich interessiert sich der Bild-Chef nach seinen Umzug nach Palo Alto auch für US-Medien. So gehören CNN, die New York Times genauso zu seinen neuen Info-Bukett, wie auch Fox News, die BBC oder Techcrunch und Wired.

Alles in allem setzt Diekmann auf einen sportlosen und seriösen Medien-Mix. Allerdings vermisst der geneigte Beobachter einen wichtigen Feed: Der Bild-Chef scheint im Silicon Valley ganz auf seinen Lieblingsfeind verzichten zu wollen. So fehlt das Abo des taz-Zwitscher-Kanals. Für alle, die enttäuscht sind, dass ihre Angebote in der Hotlist des Bild-Chefs noch fehlen, bleibt der Trost: Diekmann hat ja gerade erst angefangen.

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