Crosscheck: Wie innovativ sind Zeitungen?

Publishing Die Strategieberatung Innovation hat für den Weltzeitungsverband WAN/IFRA erneut den "Innovations in Newspapers World Report" erstellt. Eine gute Gelegenheit für Verleger, den Crosscheck zu machen: Wie innovativ ist meine eigene Zeitung? Bei welchen Trends sind wir dabei, bei welchen nicht? Brancheninsidern dürfte keines der Themen von Bezahlmodellen über E-Book-Reihen zu Personalpolitik wirklich neu sein, doch wie bei so vielen Dingen kommt es auf die Umsetzung an.

Werbeanzeige

Einen Megatrend sehen die Innovationsberater (die in dem Report häufig, aber nicht ausschließlich ihre eigenen Erfolgsgeschichten beschreiben) im Aufbau von Bezahlstrategien. Positive Entwicklungen allerorten, von der Financial Times in London über die Tulsa World in den USA zur Slowakei, wo Piano Media ein Bezahlmodell für zwölf Verlagshäuser aufgebaut hat. Der Erfolg sei freilich an einzigartige Inhalte gekoppelt, die es zu vermarkten gelte. Womit auch klar ist: Klappt´s nicht mit den Bezahlmodellen, hat es an den nicht ausreichend guten Inhalten gelegen.

Der Start einer eigenen E-Book-Reihe steht ebenfalls ganz oben auf der Liste der Empfehlungen für Verlage. Als Erfolgsbeispiel werden die Guardian Shorts genannt. Mehr als 30 Titel sind bereits erschienen, zwischen 2- und 4.000 Exemplaren werden je nach Thema verkauft, bei Preisen bis zu 4 Pfund pro Download. Am Besten lief bisher eine Sammlung mit Artikeln zum Phone Hacking-Skandal. Eine E-Book-Reihe lässt sich für die meisten Verlage auch darum recht einfach umsetzen, weil die Inhalte in der Regel zweitverwertet werden können. In Deutschland hat beispielsweise die FAZ bereits eine solche Reihe gestartet.

Ein weiteres großes Thema im Report ist die künftige Personalstruktur in Redaktionen. Vor allem hierzulande fehlen den Verlagen Entwickler für digitales Storytelling bzw. für digitale Geschäftsmodelle. Es entstehen völlig neue Jobbezeichnungen und Tätigkeitsfelder, etwa Social Media Redakteure und Online Visual News Reporter. Was wiederum zum Dauerbrenner Newsroom führt. Den haben mittlerweile zwar fast alle Tageszeitungen im Land. Sie unterscheiden sich aber noch im Grad ihrer Integration, also bei der Frage, wie die einzelnen Kanäle, über die Geschichten und Informationen verbreitet werden, miteinander verbunden sind.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige