„SchülerVZ ist für uns längst Geschichte“

Publishing Vor gerade einmal drei Jahren war SchülerVZ auf Deutschlands Pausenhöfen das heißeste Ding der Stunde. "Ich habe auf keiner Webseite mehr Zeit verbracht", erinnert sich der damals elf Jahre alte Alexander Macioszek. Doch auf einmal kühlte die Liebe zur VZ-Plattform ab. Bei MEEDIA berichtet der heute 14-jährige Hamburger, warum er das in Deutschland gestartete Network verließ: "Wie meine Freunde wechselte ich zu Facebook und bin seitdem zufrieden. Für mich gibt keinen Grund zu wechseln."

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Die Social Media-Story von Alexander:
"Es war im Sommer 2009 als ich zum ersten Mal von SchülerVZ hörte. Es war Thema auf dem Schulhof und danach beim Sport. Alle erzählten davon. Zwei Tage später bekam ich von einem Freund eine Einladung für die Seite. Obwohl ich eigentlich zu jung war, war ich nach wenigen Klicks auch dabei. 
Es war ein einfaches Prinzip, selbst für einen 11-jährigen Jungen. Bei der Anmeldung habe ich einfach ein falsches Geburtsjahr angeben und die E-Mailadresse eintragen, die Kontroll-Mail bestätigt, und schon war ich dabei. Ich wählte ein Profilbild aus und machte mich danach auf die Suche nach meinen Mitschülern. Sofort fiel mir das auffällige lila Design auf, das mich schon kurze Zeit später nervte. Aber meine Freundesliste wuchs schnell auf rund 200 Freunde. 
Ich war zufrieden mit SchülerVZ, bis eines Tages die Probleme anfingen. Ständig wurde automatisch das "Chat-Fenster" geschlossen, und auf Youtube tauchten Anleitungen zum Knacken von SchülerVZ-Passwörtern auf. Da machte ich mir erste Gedanken über einen Austritt, welche durch das ständige Anbieten kostenpflichtiger Spiele und das ständige Aufblinken von Werbung verstärkt wurden. Vielen meiner Freunde ging es ähnlich. 
Im Frühjahr 2011 war klar, dass ich meine Tante aus New York zu meiner Konfirmation einladen wollte. Nur wie sollte ich sie erreichen? Kein Erwachsener hatte sich unter seinem echten Namen auf SchülerVZ angemeldet, geschweige denn meine Tante aus Amerika. Über Facebook wäre so etwas problemlos möglich. Außerdem meldeten sich immer mehr Freunde auf der Plattform ab. Also kam auch ich zu dem Schluss, mein Profil zu löschen. 
Zuerst war es gar nicht so leicht, den Account aufzugeben. Der entsprechende Eintrag war hinter einigen Fragen versteckt. Mir kam es so vor, als ob man mit solchen Tricks das Löschen des Accounts verhindern wollte. Doch letztendlich klappte es. Für mich und die meisten meiner Freunde ist SchülerVZ längst Geschichte. Ich löschte mein Profil Mitte 2011, ich war also ca. zwei Jahre Mitglied des Netzwerkes.
Fünf Tage später meldete ich mich bei Facebook an. Für mich hat sich der Wechsel gelohnt. Meine Tante konnte ich dann auch endlich zu meiner Konfirmation einladen. Ich bin im Allgemeinen zufrieden mit der Bedienung, die Werbung übersehe ich meistens. Für mich gibt es zur Zeit einfach keinen Grund, Facebook zu verlassen."

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