Das Retina-Macbook im MEEDIA-Check

Tech Für Apples Design-Guru Jonathan Ive ist es das beste Produkt, das je den Apple-Campus verlassen hat. Für viele ist das neue Macbook Pro mit Retina Display vor allem eines: teuer. Rund 400 Euro mehr kostet das Apple-Notebook im Vergleich zu seinem Vorgänger. Es ist ein Zugeständnis an Professionelle, die sich von der gesteigerten Leistung auch mehr Produktivität versprechen können. Aber wird das Retina-Macbook den Ansprüchen gerecht? Und ist es den Aufpreis wert? MEEDIA hat das Gerät getestet.

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Für Apples Design-Guru Jonathan Ive ist es das beste Produkt, das je den Apple-Campus verlassen hat. Für viele ist das neue Macbook Pro mit Retina Display vor allem eines: teuer. Rund 400 Euro mehr kostet das Apple-Notebook im Vergleich zu seinem Vorgänger. Es ist ein Zugeständnis an Professionelle, die sich von der gesteigerten Leistung auch mehr Produktivität versprechen können. Aber wird das Retina-Macbook den Ansprüchen gerecht? Und ist es den Aufpreis wert? MEEDIA hat das Gerät getestet.

Die harten Fakten: 15 Zoll ist das Macbook Pro mit Retina-Display groß. Die Auflösung liegt bei 2880 x 1800 Pixeln. Das Gerät ist wahlweise mit einem 2,3 oder 2,6 Gigahertz starken Quad-Core Intel Core i7 Prozessor und 256 bzw. 512 Gigabyte SSD-Speicher erhältlich. Mit nur 1,8 Zentimetern Höhe ist das Macbook Pro (MBP) nur einen Zentimeter dicker als das Macbook Air. Apple verspricht sieben Stunden Akku-Leistung im WLAN-Modus, ein asymmetrisch gebauter CPU-Lüfter soll für weniger Störgeräusche beim Arbeiten sorgen. So viel Perfomance lässt sich Apple auch etwas kosten. 2279 Euro kostet das Gerät in der Standard-Ausführung, 2899 Euro werden fällig für das schnellere Modell mit 2,6 Gigahertz.

Ist das Display wirklich so gut?
Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort: Der Effekt, wenn man das erste Mal auf das Retina-Display blickt, lässt sich mit dem Moment vergleichen, als man das erste Mal auf das Retina-Display des neuen iPads blickte. Der Kopf schnellt sofort nach vorne, um das brillante Display doch noch nach Pixeln abzusuchen. Um das hier abzukürzen: Sie werden keine finden. Beim regulären Browser macht sich der Unterschied sofort bemerkbar. Die Schrift ist nicht nur gestochen scharf, sie wirkt vielmehr wie aufgedruckt.

Aber zum Browsen alleine ist das Retina-Macbook zu schade. Und auch zu teuer. Schließlich richtet sich das Gerät nicht an Consumer, sondern an Profi-Anwender, die sich von der gesteigerten Perfomance auch einen Vorteil im Berufsalltag versprechen. Auf seinen eigenen Seiten wirbt Apple mit Vorteilen für Grafiker, Fotografen und Filmemacher. Was liegt also näher, als das Gerät von Vertretern genau dieser Zielgruppen testen zu lassen. Deswegen haben wir jeweils einen Grafiker, einen Fotografen und einen Videojournalisten das Gerät einen Tag lang auf Herz und Nieren testen lassen. Das kam dabei heraus:

Das MBP für Fotografen: zu gut für den Alltag
Mehr Auflösung ist besser, sollte man meinen. Schließlich wirbt Apple damit, dass Fotografen dank der schnellen SSD-Festplatte Bilder nicht nur fixer importieren, sondern auch rascher bearbeiten können. Im Test war der Perfomancezuwachs absolut nachvollziehbar. Drei Gigabyte an Raw-Material sind innerhalb von 30 Sekunden auf der Festplatte. Und in Bildbearbeitungsprogrammen wie Aperture lässt sich dank der gesteigerten Auflösung schon in der kleinen Vorschau erkennen, ob ein Foto scharf oder unscharf ist. Also alles bestens, oder? Eine klare Kaufempfehlung für Fotografen?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn Fotografen liefern selten nur die unbearbeiteten Bilder weiter an ihre Kunden, vor allem im Printbereich. Damit ein Motiv auf einem bestimmten Papier mit einem bestimmten Druck so aussieht, wie es nach den Wünschen der Redaktion auch aussehen soll, muss sich der Fotograf nicht nur an Farbschemata halten. Er muss auch dafür ein Gefühl haben, wie das Bild später im Druck aussieht. Das Problem mit dem Retina-Display: Hier sieht alles fantastisch aus. Als Fotograf ist man also gezwungen, ein farbechtes Display zwischenzuschalten. Somit bringt das brillante Display in diesem Fall nur bedingt Vorteile.

Das MBP für Grafiker: eine solide mobile Workstation
Wer viel mit Photoshop oder InDesign arbeitet, kann allerdings von fünf Millionen Pixeln auf 15 Zoll nur proftieren. Vor allem bei der Produktion mittelgroßer und großer Projekte, bei denen das Notebook mit großen Datenmengen umgehen muss, kann die schnelle SSD punkten.

Die gesteigerte Auflösung brachte im Test ebenfalls Vorteile. Ist es sonst von Vorteil, bei der Produktion auf ein großes Cinema-Display zu setzen, liefert das MBP dieselbe Auflösung auf kleinerer Fläche. Das ist freilich keine Lösung für stationäres Arbeiten. Für Freelancer allerdings dürfte das Retina-Macbook zur vollwertigen Workstation avancieren.

Das MBP für Filmemacher: mehr Übersicht
Videoschnitt auf dem Macbook war bislang eine Krux. Wer das gedrehte Material in Full-HD ansehen wollte, brauchte eigentlich ein zweites Display, um nebenbei weiterhin am Projekt arbeiten zu können. Mit einer Auflösung von 2880 x 1800 Pixeln ist es am Retina-Macbook möglich, Videos in Full-HD auf dem Bildschirm auszuspielen und trotzdem problemlos weiter in der Timeline zu arbeiten.

Im Test konnte man von der schnellen SSD und dem verbauten Quad-Core-Prozessor mit 2,3 bzw. 2,6 Gigahertz profitieren, wodurch sich fertige Projekte umso schneller rendern und exportieren ließen.

Und sonst?
Im Vergleich zum Vorgänger ist das Retina-MBP weitaus leiser. Dafür sorgt zum einen die verbaute SSD, die quasi lautlos Daten abspeichert. Bei hoher Belastung merkt man zudem einen Unterschied in Sachen Lüftergeräusche. So scheint sich das Macbook nicht mehr wie ein Helikopter in luftige Höhen aufschwingen zu wollen. Vielmehr sorgen die asymmetrisch angebrachten Flügeln dafür, dass das konstante Pfeifen des Lüfters durch ein weniger störendendes Summen ersetzt wurde. Positiv viel die gesteigerte Akkuleistung auf. Wenn man mit dem Gerät gerade einmal nicht arbeiten muss und jeden Abend rund eine Stunde nur durchs Netz surft oder Videos anschaut, reicht eine Akkuladung tatsächlich für eine Woche. Diesen Wert gibt Apple auch auf seinen Seiten an.

Fazit: Ist das Macbook Pro mit Retina-Display seinen Preis wert? Während Grafiker und Filmemacher vom schnellen Speicher und der enormen Auflösung profitieren können, könnten Fotografen an einem Luxusproblem scheitern: Denn auf dem Display wirkt beinahe jedes Bild gut. In der gedruckten Realität sieht das schon anders aus. Wer allerdings schon ein farbechtes Display sein Eigen nennt, bekommt mit dem Retina-Macbook eine mobile Workstation vom Feinsten.

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