Relaunch: Googles Ad Planner ist faktisch tot

Vor einigen Wochen sorgte eine Ankündigung von Google für Unruhe unter Zahlenfreaks: Das Research-Tool Ad Planner solle am 5. September gerelauncht werden - mit zahlreichen Einschränkungen und Änderungen. Nun ist der 5. September gekommen und das volle Ausmaß des Neustarts ist sichtbar. Um es kurz zu machen: Für Analysen von Nutzerzahlen ist der Ad Planner zu 100% unbrauchbar geworden. Recherchieren lässt sich nun nur noch, wie viele Besucher die Seiten mit von Google vermarkteten Werbeblöcken haben.

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Vor einigen Wochen sorgte eine Ankündigung von Google für Unruhe unter Zahlenfreaks: Das Research-Tool Ad Planner solle am 5. September gerelauncht werden – mit zahlreichen Einschränkungen und Änderungen. Nun ist der 5. September gekommen und das volle Ausmaß des Neustarts ist sichtbar. Um es kurz zu machen: Für Analysen von Nutzerzahlen ist der Ad Planner zu 100% unbrauchbar geworden. Recherchieren lässt sich nun nur noch, wie viele Besucher die Seiten mit von Google vermarkteten Werbeblöcken haben.

Bisher lieferte der Ad Planner Nutzerzahlen für fast alle halbwegs relevanten Websites der Welt. Ausgenommen waren nur Porno-Seiten und einzelne Google-eigene Angebote. Die Zahlen waren logischerweise nur Hochrechnungen, die man aus einer Vielzahl von Quellen vornahm – doch die Hochrechnungen konnten insbesondere bei größeren Websites absolut mit Daten von AGOF, Comscore oder Nielsen mithalten. Auch MEEDIA nutzte den Ad Planner immer wieder für Analysen.

Ab sofort ist das Geschichte, denn der Ad Planner liefert nur noch Daten für Websites, die sich im "Google Display Network" vermarkten lassen. Laut Google sind das zwar 2 Mio. Websites, doch im Einzelfall fehlen in allen Segmenten relevante Player. So gibt es unter den populärsten deutschen Nachrichtenangeboten nun beispielsweise keine Zahlen mehr zu Spiegel Online, n-tv.de oder tagesschau.de. Von den ganz großen Playern fehlen u.a. Daten zu Amazon.de, der Wikipedia oder Yahoo.

Und: Die vom Ad Planner genannten Zahlen beziehen sich künftig offenbar ausschließlich auf die Seiten einer Website, auf denen auch Google-Werbung zu sehen ist. Für diese Seiten dürften die Zahlen damit wesentlich genauer werden, doch der Nutzer des Ad Planners weiß zu keinem Zeitpunkt, wie groß der Teil einer Website ist, auf der keine Werbung zu sehen ist, der also nicht mitgezählt wird. Ein Traffic-Vergleich zwischen verschiedenen Websites ist damit kaum noch möglich. Der Ad Planner ist also zum reinen Tool für Leute geworden, die auf bestimmten Websites über das Google Display Network Werbung schalten wollen. Das ist konsequent, aber schade.

Durch das Aus des Ad Planners dürfte ein beinahe vergessener Player wieder an Aufwind gewinnen: Alexa. Der Amazon-Dienst, der seit gefühlten Jahrzehnten Trafficzahlen für alle Websites der Welt anbietet, spuckt seit genau so langer Zeit allerdings oft sehr seltsame Daten aus. So liegt Spiegel Online dort seit jeher vor Bild.de – eine Tatsache, die angesichts gemessener IVW-Daten nicht nachvollziehbar ist. Das Nutzer-Panel, aus dem Alexa seine Daten bezieht, scheint also mindestens für den deutschen Markt alles andere als repräsentativ zu sein. Aber: Alexa ist im Gegensatz zu Anbietern wie Comscore oder Nielsen kostenlos, wird also gerade in Blogs sicher wieder viel zu oft als Quelle für Traffic-Entwicklungen und -Vergleiche herhalten müssen.

Und noch eine unschöne Nebenwirkung des Ad-Planner-Relaunches: Offenbar wird auch das Tool "Google Trends" für Websites nicht mehr aktualisiert. Dort stammen die neuesten Daten aus dem Juni.

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