TV-Deutschland wird digitaler

Fernsehen Nur noch 22 Prozent der knapp 38 Millionen deutschen TV-Haushalte schauen analog. Die Digitalisierungsquote stieg gegenüber 2011 deutlich – von 67,8 auf 77,8 Prozent. Der Hauptgrund für den Sprung ist die Abschaltung des analogen TV-Satelliten Ende April. Der Digitalisierungsbericht 2012 der Medienanstalten hat sich auch der Verbreitung von Smart-TVs gewidmet. Ergebnis: Zwar können theoretisch 9,5 Prozent aller TV-Haushalte aufs Internet via Smart-TV zugreifen, doch nur 1,6 Millionen Geräte sind wirklich "connected".

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Nach der Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens ("Switch-Off") stellen die Autoren des Digitalisierungsberichts die Frage, wann das analoge Kabel gekappt werden kann. Der Digitalisierungsgrad beim Kabel liegt derzeit bei 48,2 Prozent, d.h. 8,8 Millionen Haushalte nutzen digitales Kabelfernsehen. Von denen schauen aber auch nur 42 Prozent alle Sender in digitaler Qualität. Für den digitalen Empfang von Privatsendern sind teilweise "Smartcards" nötig, und die haben nicht alle Kabelhaushalte. Die "Misch-Seher" schauen die Öffentlich-Rechtlichen in digitaler Qualität und die Privatsender in (kostenloser) Analog-Qualität. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Switch-Off auch im Kabel ist, lässt der Bericht offen. Er liege aber – so viel ist klar – im Interesse der Privatsender.

Der TV-Empfang über Satellit (derzeit 45,6 Prozent Reichweite) wird vermutlich bald schon den Empfang über Kabel (47,9 Prozent) überholt haben. Das terrestrische TV (DBT-T) nutzen ca. 5 Millionen TV-Haushalte (Reichweite 12,5 Prozent). DSL-TV nutzen 1,6 Millionen Haushalte (4,3 Prozent Reichweite) – Tendenz steigend. Die Autoren schreiben von einem "bemerkenswerten Wachstum".

"Eher bescheiden" sei dagegen die tatsächliche Nutzung des Internets über internetfähige Geräte auf dem TV-Bildschirm. Weniger als 50 Prozent der Besitzer eines Smart-TVs nutzten die Funktionen auch wirklich. Während deren Reichweite bei 9,5 Prozent aller TV-Haushalte liegt, macht die Nutzung nur 4,1 Prozent aller TV- Haushalte aus. Dazu kommt noch die Nutzung des Internets via Spielekonsolen, Streaming-Boxen und andere Geräte, doch auch hier sei die tatsächliche Anwendung noch übersichtlich.

Den Digitalisierungsbericht 2012, der am Dienstag auf dem Internationalen Medienkongress Berlin vorgestellt wurde, gibt es hier. Und hier gibt es die kompletten Charts der Umfrage, die im Mai und Juni mit 8.000 Haushalten durchgeführt wurde.  

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