Holtzbrinck-Berater: FTD? Nein danke!

Publishing In der Zeitschrift Wirtschaftsjournalist hat der Holtzbrinck-Berater Michael Grabner erklärt, dass die Dieter von Holtzbrinck Medien (u.a. Handelsblatt, WirtschaftsWoche) kein Interesse an einer Übernahme der Financial Times Deutschland hätten. Auch die FTD zu kaufen, um sie anschließend einzustellen, sei keine Option. “Das ist nun wirklich kein Konzept”, so Grabner. Der langjährige Medienmanager Michael Grabner gilt als enger Vertrauter von Verleger Dieter von Holtzbrinck.

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Seine Absage an eine FTD-Übernahme würzt Grabner mit Kritik an Management der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien (neben der FTD sind das Capital, Impulse und Börse Online): "Ich bin sicher, dass Gruner + Jahr sehr genau überlegen wird, wie sie die Wirtschaftspresse künftig steuern werden, und auch, ob das Zusammenlegen der Redaktion wirklich ein Erfolg ist. Ich hätte das nicht gemacht. Als Wirtschaftsmedium sind Sie kein Autohersteller, der einfach mehrere Marken auf ein Chassis baut. Medienmarken müssen ein kreatives Eigenleben führen. Das spürt auch der Nutzer."

Spekulationen, die Verlagsgruppe Handelsblatt könne die G+J Wirtschaftsmedien oder zumindest die dauerkriselnde FTD übernehmen, bekamen neue Nahrung als jüngst vom manager magazin enthüllt wurde, dass G+J-Mehrheitseigner Bertelsmann plant, die volle Kontrolle über Gruner + Jahr zu erlangen und die Anteile der Eigentümerfamilie Jahr in Bertelsmann-Anteile zu tauschen. Bertelsmann soll die chronisch defizitäre Wirtschaftsmediensparte von G+J schon lange ein Dorn im Auge sein.

Dem Wirtschaftsjournalist sagte Holtzbrinck-Berater Grabner nun, dass er nichts davon halte, zwei Titel in einem überschaubaren Marktsegment zu führen. Zudem bekannte er, dass auch das Handelsblatt alleine derzeit rote Zahlen schreibe. Rechne man die Nebengeschäfte hinzu, arbeiteten die Wirtschaftsblätter der VHB jedoch mit Gewinn. Die Wirtschaftspresse steckt laut Grabner in der “schwierigsten Phase der Geschichte”.

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