Die FTD wird wochentags dünner

Publishing Die Internetseite Newsroom berichtet, dass die Financial Times Deutschland eine neue Blattstruktur bekommt. Künftig soll die FTD von Montag bis Donnerstag nur noch mit zwei statt wie bisher vier Büchern auskommen. Das bedeutet, die Zeitung wird an vielen Tagen dünner als bisher. Dafür soll die Freitagausgabe aufgewertet werden. Eine schnelle Einstellung der FTD bei einer Übernahme von G+J durch Bertelsmann sei aber kein Thema. Es gebe eine Bestandsgarantie, die Verkäufe oder Einstellungen verbietet.

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Sollte Bertelsmann tatsächlich die volle Kontrolle über den Verlag Gruner + Jahr und damit auch die Wirtschaftsmedien FTD, Capital, Impulse und Börse Online erhalten, wäre eine Einstellung eines oder mehrerer Titel vorerst kein Thema, so Newsroom (gehört zum österreichischen Verlag Oberauer, der u.a. auch das Medium Magazin verlegt). Angeblich gibt es eine Bedingung, die besagt, dass bei einer Komplettübernahme durch Bertelsmann für einen bestimmten Zeitraum keine G+J-Titel eingestellt oder verkauft werden dürften. Auf diese Klausel lege Angelika Jahr-Stilcken, Familienoberhaupt des Jahr-Clans, Wert.

Für die notorisch kriselnde FTD bedeutet das zunächst einmal einen Zeitgewinn. Chefredakteur Steffen Klusmann hat die neue Struktur mit zwei Büchern laut dem Bericht umgesetzt, weil die FTD in jüngerer Zeit oft quasi ohne bezahlte Anzeigen erschien und die Redaktion gezwungen war, mehr Seiten zu produzieren, als die Nachrichtenlage hergab. Bei vier Büchern musste die Zeitung mit mindestens 24 Seiten erscheinen. Nun erscheint die FTD künftig von Montag bis Donnerstag mit maximal 24 Seiten, oft wahrscheinlich weniger. Dafür soll die Freitagausgabe auf bis zu 40 Seiten anwachsen und dem Handelsblatt Paroli bieten. Dessen Chefredakteur Gabor Steingart hat die Freitagausgabe seit einiger Zeit deutlich aufgewertet und zu einer Art Wochenendmagazin ausgebaut.

Ein Schlaglicht auf die angespannte Situation bei Gruner + Jahr wirft auch der Umstand, dass laut Newsroom außer in Ausnahmefällen keine Praktikanten mehr beschäftigt werden dürfen. Offenbar aus Kostengründen. Bei Gruner + Jahr werden diverse Zeitschriften, u.a. Geo, von der Unternehmensberatung Porsche Consulting auf Effizienzpotenziale hin untersucht. Die Porsche-Berater haben auch schon die Wirtschaftsmedien durchleuchtet. Angeblich mit dem Ergebnis, dass es dort keine weiteren Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Einsparung gibt. Trotz Bestandsgarantie, wäre das ein beunruhigender Befund für einen Unternehmensteil, der seit geraumer Zeit in den roten Zahlen steckt.

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