Tablet-Leser reduzieren Print-Konsum

Am Erfolg der Gerätegattung Tablet hängt auch der Erfolg neu entwickelter digitaler Zeitschriftenformate. Eine Befragung unter iPad-Nutzern hat nun ergeben, dass diese ihre digitalen Ausgaben zwar ausdauernder als noch vor einem Jahr zu lesen scheinen. Der Anteil von Nutzern, die überhaupt auf Digital-Magazine zugreift, ging allerdings leicht zurück. Das Kaufen und Lesen über Digital-Kioske ist indes gestiegen. Etwa die Hälfte der Tablet-Leser sagt: Ich lese weniger Gedrucktes.

Werbeanzeige

Am Erfolg der Gerätegattung Tablet hängt auch der Erfolg neu entwickelter digitaler Zeitschriftenformate. Eine Befragung unter iPad-Nutzern hat nun ergeben, dass diese ihre digitalen Ausgaben zwar ausdauernder als noch vor einem Jahr zu lesen scheinen. Der Anteil von Nutzern, die überhaupt auf Digital-Magazine zugreift, ging allerdings leicht zurück. Das Kaufen und Lesen über Digital-Kioske ist indes gestiegen. Etwa die Hälfte der Tablet-Leser sagt: Ich lese weniger Gedrucktes.

2011 hatten bei der Nutzerbefragung noch 67,5 Prozent der Befragten gesagt, dass sie Digital-Zeitschriften auf ihrem iPad lesen. Im Juli 2012 lag der Anteil nur noch bei 63,8 Prozent. Für den Auftraggeber der Studie, den Zeitschriftenverlegerverband VDZ, steht trotz des Rückgangs fest: "Digitale Zeitschriften sind im Alltag der Menschen angekommen."

Diese Entwicklung scheint aber mit einem Trade-Off verbunden zu sein. Denn etwa die Hälfte (exakt: 52,4 Prozent) der Befragten gab an, dass der Digital-Konsum zu Lasten des Lesens gedruckter Zeitschriften gehe. Die andere Hälfte gab an, ihren Print-Konsum nicht eingeschränkt oder sogar erhöht zu haben (das ist aber nur ein geringer Teil). Bei der Vor-Befragung lag der Anteil der Print-Reduzierer noch bei 47,7 Prozent. Dass ein erklecklicher Teil der Leser von Print auf Digital umsteigt, sobald das Lesen möglichst mobil, multimedial und interaktiv möglich ist, überrascht nicht. Im Grunde ist es den Verlagen ja sogar zu wünschen, dass die E-Magazine auch angenommen werden. Aber: Falls es zu einer deutlichen Verschiebung von Print zu Tablet kommen sollte, hätte das erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Verlage. Unklar ist, ob die Verschiebung langsam und stetig vonstatten geht – oder erdrutschartig, weil ein tipping point erreicht ist.

Indizien laut Umfrage, die dafür sprechen könnten, dass digitale Zeitschriften auf Tablets in den Medienalltag der Menschen eingezogen sind: Im Durchschnitt haben Tablet-Nutzer fünf Zeitschriften-Apps installiert. 68 Prozent der 672 Befragten gaben an, zwei bis vier Stunden in der Woche via Apps zu lesen, dazu kommt die (deutlich kürzere) berufliche Nutzung. Und: Die Ansprüche an die Aufbereitung der Inhalte sind offenbar gestiegen, so wünscht sich eine große Zahl der Befragten "mehr Interaktion" und "tiefergreifende Informationsmöglichkeiten" – seltsamerweise werden gleichzeitig weniger Videos und Fotos als bei der Vor-Befragung 2011 gewünscht.

Nicht ganz aufzulösen ist auch die Analyse der Beratungsagentur Kirchner+Robrecht, die "Experimentierfreude lasse langsam etwas nach". Träfe diese Aussage zu, ließe sich sagen: Wer nicht mehr experimentiert, der nutzt eben schon "normal". Aber: Gerade im frühen Stadium der Genese von digitalen Zeitschriften wäre es wünschenswert, wenn Nutzer ihrer Experimentierlust gerade freien Lauf lassen. Oder bieten die Apps womöglich eben solche Möglichkeiten nicht in ausreichendem Maße?

Mehr als im Vorjahr genutzt werden digitale Kioske wie Apples Newsstand, Pubbles (Bertelsmann/Weltbild), iKiosk (Axel Springer) und Pageplace (Telekom). Originäre Zeitschriften-Apps und Kioske in Komination nutzen 45,2 Prozent der Befragten, im Vorjahr waren das nur 31,6 Prozent. Ausschließlich auf eine Kiosk-App greifen aber weiterhin nur mickrige 2,8 Prozent der User zurück. Das mag auch daran liegen, dass die Kiosk-Anwendungen in erster Linie PDF-Zeitschriften in ihren Auslagen haben.

Neben der Nutzungshäufigkeit und –intensität steht bei Studien dieser Art immer auch die Frage im Vordergrund, wie es um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer bestellt ist. Hier können die Verlage ein kleines Erfolgserlebnis verbuchen: Keinesfalls für eine Zeitschrift auf dem Tablet Geld ausgeben wollen 25 Prozent der Nutzer – im Vorjahr waren es noch 28 Prozent.

Zum Studien-Download geht es hier.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige