Programmchef Herres verteidigt Jauch

Fernsehen Warme Wort vom Chef: Im Interview mit der Bunten verteidigt ARD-Programmchef Volker Herres Günter Jauch gegen die anhaltende Kritik aus den Programmbeiräten der einzelnen ARD-Sender. "Er hat eine Art, Themen aufzugreifen und genau die Fragen zu stellen, die das breite Publikum bewegen", sagte Herres. Der TV-Planer sieht den Talkmaster ganz nahe bei den Menschen, die seine Talkshow am Sonntagabend einschalten. "Das erklärt auch, warum er an diesem Platz an Zuschauerzuspruch dazugewonnen hat".

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Allerdings scheint auch Herres noch Optimierungsbedarf bei der Konzeption zu sehen. "Es ist auch unsere Aufgabe, auf so einem prominenten Sendeplatz ein Millionenpublikum für politische Themen zu interessieren." Dieses Zitat liest sich so, als ob der TV-Planer noch nicht gänzlich zufrieden mit den Gästen und den Inhalten der Sendung ist. 
Die Aussagen von Herres müssen auch als Antwort an Kritiker im eigenen Senderverbund gesehen werden. Bereits im Juli hatte nach dem WDR und dem NDR auch der Rundfunkrat des MDR gefordert, dass die Programm-Manager sich mit der Qualität von "Anne Will", "Hart aber Fair", "Günter Jauch", "Beckmann" und "Menschen bei Maischberger" beschäftigen sollen. Hauptkritikpunkt: Die Häufung der Formate und die inhaltliche Ähnlichkeit.
Die Verträge mit den Talkmastern der ARD laufen 2013 aus. Stand heute wird es für die Programm-Manager schwierig werden, die Gesprächsrunden in der aktuellen Konstellation mit den doch sehr unscharfen Trennlinien fortzuführen.

Laut Digitalfernsehen wollen sich nun die Rundfunkräte und Programmausschüsse der Landesrundfunkanstalten mit den Formaten befassen und über die zukünftige Aufstellung des Senders im Talkbereich beraten. Ihre Beratungsergebnisse sollen dann in eine gemeinsame Stellungnahme der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD einfließen.
Seit dem Wochenende läuft die ARD-Talkschiene wieder. Bislang lässt sich bei Jauch und auch bei Maischberger keine Änderung in der Gästezusammenstellung feststellen. Das interne ARD-Kommando scheint zu lauten: Weiter wie bisher. Genau diesem Tenor entsprechen auch die aktuellen Herres-Aussagen.

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