Medaillenziele: Friedrich und DOSB klagen weiter

Publishing Über eine Woche nach Ende der Olympischen Spiele sehen Innenminister Hans-Peter Friedrich und der DOSB den Streit um die veröffentlichten Medaillenvorgaben noch nicht als beendet an. Beide Parteien haben vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erneut Beschwerde eingereicht.

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Hintergrund: Am 10. August hatte das Innenministerium nach langen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den beiden Journalisten Daniel Drepper und Niklas Schenck die so genannten Zielvereinbarungen des DOSB offen gelegt. In diesen für die Sportförderung wichtigen Dokumenten wird vereinbart, wie viele Olympia-Medaillen jeder Fachverband gewinnen soll. Im Anschreiben zur Veröffentlichung hieß es damals: "Kurz vor Abschluss der Olympischen Sommerspiele 2012 sehen wir keine Notwendigkeit mehr, die zwischen den Sportfachverbänden und dem DOSB vereinbarten Medaillenziele vertraulich zu behandeln." Das sehen DOSB und Innenministerium nun offenbar doch anders.
Wie die beiden Journalisten im WAZ-Rechercheblog schreiben, hat Innenminister Friedrich Beschwerde einreichen lassen. Das grundsätzliche Urteil, das ihn zur Offenlegung der Vereinbarungen gezwungen hatte, solle noch einmal überprüft werden. Nach Ansicht der Anwälte hätte jeder einzelne Verband angehört werden müssen. Auch der DOSB hat laut WAZ-Rechercheblog seperat Beschwerde eingereicht. Demnach schließt sich der Verband zunächst der Argumentation des Innenministers an.
Drepper und Schenk vermuten in den erneuten Beschwerden vor allem einen Versuch, die Veröffentlichungen in Zukunft zu verhindern. Sie schreiben: "Die erneute Beschwerde könnte den Hintergrund haben, dass Ministerium und DOSB alles versuchen wollen, um sich in Zukunft bei solchen Verfahren bessere Ausgangspositionen zu sichern. Wenn bei Entscheidungen über die Transparenz von übergeordneten Fragen der staatlichen Sportförderung jedes Mal alle Verbände einzeln vom Gericht befragt werden müssen, dürfte das Journalisten bei möglichen Verfahren abschrecken."

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