Fotojournalist bei NPD-Kundgebung angegriffen

Publishing Ein Teilnehmer einer NPD-Kundgebung hat am 27. Juli in Frankfurt am Main einen freien Fotojournalisten angegriffen. Dieser wurde bei dem Übergriff verletzt und von Ärzten für vorübergehend arbeitsunfähig erklärt. Der Fotograf hat über seinen Anwalt Strafantrag gestellt. Bis zu einem möglichen Urteil und der Zahlung von Verdienstausfall könnte es aber noch dauern. Die Journalistengewerkschaft dju ruft Fotografen auf, ihr Material nach Aufnahmen des Vorfalls zu sichten.

Werbeanzeige

„Ich habe noch immer Schmerzen im Arm“, berichtet das Opfer des Übergriffs, das aus Furcht vor weiteren Angriffen seinen Namen nicht genannt wissen will, gegenüber MEEDIA. Er sei er derzeit aufgrund der Verletzungen krank geschrieben und musste Projekte in der nächsten Zeit absagen. „Möglicherweise ist sogar eine Operation nötig“, so der Fotograf
Nach Aussage des Fotografen hat sich der Vorfall im Rahmen der NPD-Kundgebung am 27. Juli in Frankfurt am Main ereignet. Wie auch weitere Kollegen habe er vor Ort Bilder gemacht, als ein Mann ihn attackierte. Ein erster Schlag sei auf seine Kamera gegangen, die jedoch nicht zerstört wurde. Ein darauf folgender Faustangriff traf ihm am Handgelenk, als er versuchte einen weiteren Angriff abzuwehren, und verletzte ihn dort, schildert der Mann.
Die Polizei habe daraufhin eingegriffen und die Personalien des Mannes aufgenommen. Zudem wurde der Vorfall von mindestens einem anderen Fotografen beobachtet, der auch Bilder des Mannes machen konnte, so der freie Journalist. Derzeit versucht er in Erfahrung zu bringen, ob auch die Attacke selbst von Jemanden im Bild festgehalten wurde.
Der Fotograf aus Hessen hat Strafantrag gestellt. Laut seinem Anwalt seien die Tatbestände der Körperverletzung und Nötigung erfüllt. Der Fotograf hat bereits eine erste Vorladung durch den Staatsschutz und hofft auf Schadenersatz. Er ist optimistisch Recht zu bekommen. Tätig ist er als Fotograf und Filmer für verschiedene Zeitungen und Agenturen. Im Rahmen dieses Vorfalls brisant: Auch die israelische Tageszeitung Haaretz gehört zu seinen Kunden. 
Die Gewerkschaften Deutsche Journalisten-Union und ver.di haben sich zu dem Vorfall geäußert. Sie verurteilen den tätlichen Angriff scharf. Der Vorfall zeige erneut, wie ernst die von der NPD ausgehende Gefahr genommen werden müsse.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige