WAZ siegt im Streit um Medaillenziele

Publishing Die WAZ hat vor dem Verwaltungsgericht Berlin erstritten, dass das Bundesinnenministerium Medaillenvorgaben der Sportverbände für die Olympischen Spiele 2012 offenlegen muss. Hintergrund: Der Deutsche Olympische Sportbund hat mit den einzelnen Sportverbänden und dem Ministerium festgelegt, wieviele Medaillen die deutschen Sportler in welchen Disziplinen holen sollen. Davon hängt dann teilweise die Höhe der Sportförderung ab.

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Das Innenministerium vergibt jedes Jahr über 130 Mio. Euro an Steuergeldern, um den Spitzensport in Deutschland zu fördern. Über zehn Mio. Euro davon werden über so genannte Zielvereinbarungen verteilt. Das bedeutet nichts anderes, als dass festgelegt wird, welche Sportarten wie viele Medaillen bei Olympischen Spielen holen sollen. Werden die Vorgaben erfüllt, gibt es Geld.

Der Inhalt dieser Zielvereinbarungen wurde bislang vom Innenministerium und vom Olympischen Sportbund geheim gehalten. Vor 14 Monaten stellte das Recherche-Ressort der WAZ-Gruppe beim Innenministerium einen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz auf Herausgabe der Medaillenvorgaben. Dem Antrag wurde nicht nachgekommen und so reichte die WAZ am 6. Juli Klage ein.

Die Richter entschieden nun, wie die WAZ in ihrem Rechercheblog schreibt, vollumfänglich im Sinne der Journalisten. Auszug aus der Begründung des Gerichts: “Der Antragsteller hat hier nachvollziehbar ein besonderes Interesse der Öffentlichkeit an den erstrebten Informationen zu den in Rede stehenden Zielvereinbarungen dargelegt.” Kurz gesagt: Da hier Steuergelder verteilt werden, besteht auch ein öffentliches Interesse an der Art und Weise, wie diese verteilt werden.

Die Veröffentlichung der Medaillenvorgaben kann nun bald mit den tatsächlich erreichten Medaillen verglichen werden. Das entbehrt natürlich nicht einer gewissen Brisanz. Im besten Falle führt die Veröffentlichung dazu, dass die Gelder der Sportförderung künftig von Anfang an transparent vergeben werden.

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