Zeit Magazin: Facebook zensiert Penis-Cover

Publishing Jetzt auch das Zeit Magazin: Das Magazin der Wochenzeitung wurde nun auch ein Opfer der rigiden und prüden Regeln von Facebook. Via Pressemitteilung gab die Berliner Redaktion am heutigen Donnerstag bekannt, dass das US-Netzwerk die Bilder ihre aktuellen Covers gelöscht hat. Thema der Ausgabe ist „Männliche Nacktheit“. Auf der ersten Titelseite des Doppelcovers ist ein spärlich bekleideter Mann zu sehen, auf der zweiten Titelseite sein Penis.

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Wie jede Woche üblich veröffentlichte die Redaktion bereits am Mittwochnachmittag beide Titelseiten vorab hintereinander auf der Facebookseite des Zeit Magazins. Laut Verlag war der Eintrag mit der zweiten Titelseite allerdings am Abend gelöscht. Auf Anfrage der Redaktion verwies Facebook lediglich auf seine Community Standards.

Die erste Titelseite des Doppelcovers
Ende Februar veröffentlichte‘>, nach dem Drittunternehmen im Auftrag von Facebook als unangebracht gemeldete Inhalte löschen. Neben heraushängenden Eingeweiden und Fetischbildern verbietet Facebook unter anderem das Abbilden der weiblichen Brust, egal ob beim Stillen oder aus erotischer Sicht. Bilder vom “Vorspiel” sind erlaubt, solange die Beteiligten angezogen bleiben. Ebenfalls erlaubt ist das Abbilden von Körperflüssigkeiten, Sperma ausgenommen, sowie photogeshoppte Bilder, solange die Person nicht negativ dargestellt wird.

Interessant: Facebook verbietet außerdem eine direkte Gegenüberstellung zweier Personen, bei der User beurteilen sollen, wer ihnen besser gefällt. Facebook war ursprünglich als FaceMash gestartet, wobei es eben um genau diese Art der Bewertung von meist weiblichen Usern ging.

Die zweite Titelseite des Doppelcovers
„Es ist, als hätte unser Eintrag nie existiert. Ich bin verblüfft, dass sich die These unserer Autorin Elisabeth Raether so schnell bewahrheitet hat“, kommentiert Chefredakteur Christoph Amend. Denn ihr Essay beginnt mit dem Sätzen:„Welche Frau nicht das Glück hat, mit einem Mann zusammen zu sein, bekommt selten einen Penis zu Gesicht. Penisse lassen sich in der Öffentlichkeit kaum blicken.“

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