Olympia: Hass auf Logo und Maskottchen

Marketing Es scheinen unheimliche Mächte am Werk zu sein, die dafür sorgen, dass Logos von Großereignissen mit verhunzt werden. Jüngstes Beispiel sind die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Wenn die Spiele am morgigen Freitag eröffnet werden, wird die Welt Zeuge eines Blowjob-Hakenkreuz-Logos und zweier unförmiger Tropfen-Augen mit Beinen, die auf die Namen Wenlock und Mandeville hören. Erinnerungen werden wach an hosenlose Löwen und surreale Expo-Farbklecksereien.

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Die Debatte um das aktuelle Olympia-Logo der Sommerspiele 2012 in London wabert schon seit 2007 durch Großbritannien. Nach der offiziellen Vorstellung des Logos schrieb Jonathan Glancey im Guardian, das Logo sei “Rubbish”, also “Müll”. Er zog schon in dieser ersten Abrechnung mit dem Logo den Vergleich, dass die eckigen Buchstaben 2012 des Logos aussehen, als würde die Comic-Figur Lisa Simpson ihrem Bruder Bart einen Blow-Job geben. Glancey: “Sorry, aber so sieht es aus. Und wer, selbst mit den reinsten Gedanken unter uns, kann jetzt noch an Irgendetwas anderes denken.”

Der Blow-Job-Witz wurde seither im Internet dankbar aufgegriffen und kursierte kurz vor der Eröffnung der Spiele wieder verstärkt durchs Social Web. Die üblichen Scherzkekse haben den Eindruck verstärkt, indem sie das Logo farblich an die Simpsons-Comicfiguren angepasst haben. Die Website Bored Panda reihte das Olympia Logo 2010 in eine Liste mit den 15 schlechtesten Logos aller Zeiten ein.

Andere meinen, in dem Logo ein zerbrochenes Hakenkreuz zu erkennen – auch nicht gerade im Sinne der Erfinder. Kurz nach der Vorstellung wurde gar die Meldung verbreitet, das Logo löse epileptische Anfälle aus. Gekostet hat das vielfach verspottete Logo 400.000 Britische Pfund, gestaltet wurde es von der Agentur Wolff Olins. Die sind naturgemäß begeistert von ihrem Werk: “The London 2012 emblem is unconventionally bold, deliberately spirited and unexpectedly dissonant.” Bei letzterem Punkt dürften auch die Kritiker zustimmen.

Das Logo ist nicht das einzige optische Emblem, das bei den Sommerspielen für Ärger sorgt. Auch die beiden Maskottchen Wenlock und Mandeville sind nicht gerade Meisterwerke eleganter Gestaltungskunst: zwei tranige Riesenaugen auf unförmigen Säulenbeinen. Jetzt kam auch noch raus, dass bei der Produktion der hässlichen Augen-Maskottchen in China offenbar massiv gegen Menschenrechte verstoßen wurde. Wenlock und Mandeville sind also nicht nur potthässlich, sondern auch politisch unkorrekt. Offiziell sollen Wenlock und Mandeville zwei Stahltropfen darstellen, die beim Bau des Olympia-Stadions in London runtergetropft sind. Wobei man noch fast froh sein muss. Unter den Maskottchen-Vorschlägen, die abgelehnt wurden, befanden sich menschenartige Tauben, ein animierter Teekessel und ein Big Ben mit Armen und Beinen. Hilfe!

Dagegen war das auch viel geschmähte deutsche WM-Maskottchen 2006 direkt harmlos. Beim leicht unterbelichteten Löwen Goleo konnte man sich nur aufregen, dass er die ganze Zeit ohne Hose unterwegs war. Und dann war da noch Twipsy, jenes irre mutierte Farbkleckserei, die von einem spanischen Designer vermutlich nach ausgiebigem Fliegenpilz-Genuss dahingekritzelt wurde und für die Expo 2000 in Hannover warb.

Damals gab es im Vorfeld sogar eine zu Recht vergessene Zeichentrickserie mit Twipsy im öffentlich-rechtlichen Kika. Logo- und Maskottchen-Fails bei Groß-Veranstaltungen haben Tradition.

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