Newsweek vielleicht bald nur noch online

Publishing Internet-Investor Barry Diller hat Spekulationen angeheizt, dass die traditionsreiche US-Zeitschrift Newsweek bald als Print-Version eingestellt und nur noch digital weiter veröffentlicht werden könnte. Bei einer Telefonkonferenz zu Quartalszahlen seines Konzerns IAC/Interactive Corp sagte Diller zu Analysten, das Problem mit Newsweek seien die Produktionskosten der wöchentlichen Zeitschrift. Newsweek teilt sich bereits eine Redaktion mit der Website The Daily Beast.

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Laut Berichten, u.a. im britischen Guardian, soll Diller angedeutet haben, dass Newsweek den Weg hin zu einer rein digitalen Medienmarke gehen wird. Diller wird mit den Worten zitiert: “Ich sage nicht, dass das komplett geschieht aber der Wandel von Print hin zu Online wird stattfinden.” Bis Oktober oder spätestens Anfang nächstes Jahr will Diller einen Plan vorlegen, wie es mit Newsweek weitergeht.

Tina Brown, Chefredakteurin sowohl von The Daily Beast als auch von Newsweek, bezeichnete Berichte, das Magazin könnte bald nur noch digital erscheinen, als “Panikmache”. Barry Diller habe deutlich machen wollen, dass Newsweek nicht schon bald die Print-Version einstelle. “Er hat die allgemein gültige, branchenweite  Beobachtung ausgesprochen, dass sich Print in Richtung von Digital bewegt”, so Brown in einem Memo, das von der Website Politico veröffentlicht wurde. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sich Diller über die Wirkung seiner Spekulationen über das Ende der Print-Ausgabe der Newsweek in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht bewusst war.

Diller hat die kriselnde Newsweek Ende 2010 für einen symbolischen Dollar von dem damals 92-jährigen Sidney Harman gekauft und mit seiner Website The Daily Beast verzahnt. Die Hoffnung war, dass durch die Verbindung von Print und Online die Ertragslage bei beiden Medienmarken besser würde. Offenbar hat sich diese Hoffnung bislang nicht erfüllt.

Dillers Internet-Holding IAC besitzt Online-Marken wie die Suchmaschine Ask.com, das Videoportal Vimeo und die Dating-Website Match.com. Die IAC-Umsätze im zweiten Quartal stiegen um 40 Prozent auf 680,6 Mio. US-Dollar. Verantwortlich für den Umsatzanstieg waren keine journalistischen Marken, sondern vor allem Erlöse von Such- und Dating-Websites.

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