Unister-Chef Wagner spricht von “Rufmord”

Publishing Seine Portale waren in den vergangenen Wochen und Tagen in Verruf geraten, jetzt äußerte sich Unister-Chef Thomas Wagner öffentlich. Im Gespräch mit der Super-Illu weist der 34-Jährige Vorwürfe der Trickerei zurück. Dem vorangegangen war die Berichterstattung der Computer Bild, die dem Unternehmen versteckte Preisaufschläge bei Reise- und Flugbuchungen auf den Unister-Reiseportalen vorgeworfen hatte. Wagner verspricht nun, seine Reiseportale komplett zu überarbeiten.

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"Wir bauen ein vorbildliches, transparenteres und kundenfreundlicheres Buchungssystem auf", sagte Wagner im Interview. Schon jetzt müsse jeder Kunde zum Beispiel "bewusst eine Reiseversicherung anklicken, wenn er denn eine möchte". Vorwürfe, Unister arbeite mit Tricksereien, weist der 34-Jährige als Rufmord zurück. "Wir haben weder jemanden übers Ohr gehauen, noch getrickst." Viele Punkte, die jetzt kritisiert würden, seien "bis dato branchenüblich" gewesen.
In der Computer-Bild-Ausgabe von Anfang Juli berief sich das Springer-Blatt in dem Artikel "Das Abzock-Imperium" auf Insider aus dem Management des Reiseportalbetreibers Unister. Einer der Vorwürfe: Fluege.de betreibe Abzocke mit einem voreingestellten Umbuchungsservice für 5 bis 15 Euro pro Person. Der Nutzer müsse gesondert ein Häkchen entfernen, um Extrakosten zu vermeiden. Die Berichterstattung zog Rechtsstreitigkeiten nach sich, MEEDIA berichtete.
Wagner erklärt nun in der Super-Illu, dass es leider auch enttäuschte Kunden gebe. Deren Unzufriedenheit müsse in Relation gesehen werden. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Verbraucherzentrale, die nur einen Steinwurf von unserem Firmensitz in Leipzig entfernt ist, wenigstens einmal das Gespräch gesucht hätte", sagte Wagner. Da aber jeder unzufriedene Kunde einer zu viel sei, würden jetzt die Schwächen abgestellt.
Damit reagiert Wagner auch auf die Kritik der Verbraucherzentralen. Der Bundesverband Verbraucherzentrale hatte zuvor gegen Unister geklagt, die mit dem Siegel von verbraucherschutz.de auf dem Reiseportal fluege.de geworben hatten. Das Oberlandesgericht Dresden entschied Anfang Juli zugunsten der Verbraucherschützer, Unister durfte fortan nicht mehr mit dem Siegel, das Unternehmen gegen Bezahlung bei sich einbinden dürfen, werben. Aus Computerbild-Kreisen war zu vernehmen, dass man weiter zu den Methoden von Unister recherchieren will.

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