Online-Chefs von G+J streichen die Segel

Publishing Gruner + Jahr stellt sein Digital-Geschäft neu auf – und muss sich personell neu sortieren. Denn die drei bisherigen Online-Chefs Christian Hasselbring, Angela Broer und Thomas Schmidt verlassen G+J. Eine entsprechende Meldung von Horizont bestätigte ein Unternehmenssprecher. Wie MEEDIA bereits berichtete, verantwortet ab Herbst das Digital Center von G+J das Digitalbusiness der drei Verlagsgruppen. Diesen Schritt wollten die Online-Chefs offenbar nicht mitgehen.

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Die bisherigen Online-Verantwortlichen sind bereits nicht mehr auf ihren Posten. Christian Hasselbring war seit Mitte 2009 Geschäftsführer von Stern.de in der Verlagsgruppe Agenda von Thomas Lindner. Angela Broer war seit Mitte vergangenen Jahres Leiterin Electronic Media bei den G+J Wirtschaftsmedien (u.a. FTD, Capital) und berichtete bisher an Ingrid Haas. Thomas Schmidt war seit Ende 2008 Geschäftsführer G+J Exclusive & Living Digital – die Verlagsgruppe unter Führung von Julia Jäkel mit Titeln wie Brigitte, Gala und Schöner Wohnen heißt seit kurzem Life.

Ab Herbst soll die Verantwortung für die digitalen Angebote beim im vergangenen Jahr gegründeten Digital Center liegen, das Axel Wüstmann als Chef von G+J Operations mit verantwortet. Der Leiter des Digital Center ist Felix Menden. In einem traditionell dezentral organisierten Haus ist die Zusammenlegung ein ungewöhnlicher, aber vermutlich notwendiger Schritt. Im Digital Center sollen für alle Digital-Operationen des Hauses – allein 50 deutsche Websites betreiben die drei Verlagsgruppen – gemeinsame strategische Entscheidungen getroffen werden. Bisher haben die drei Online-Verantwortlichen für jede ihrer Verlagsgruppen unabhängige Entscheidungen getroffen.

Nun sollen die Online-Operationen des Verlags effizienter geplant und betrieben werden – indem beispielsweise einheitlich und verbindlich entschieden wird, mit welchen Content Management Systemen im Haus gearbeitet wird. Es gibt viele weitere Themen, bei denen eine einheitliche Digitalstrategie sinnvoll ist, etwa die Auswahl von Bezahlmodellen, der Umgang mit Social Media, die Konzeption von Apps. Hubert Burda Media hatte mit dem I-Lab vor einigen Jahren eine ähnliche zentrale Digital-Einheit geschaffen, um das Knowhow im Unternehmen zu bündeln. Was die beiden Verlage mit vielen anderen Medienunternehmen verbindet – sie müssen und wollen ihr bisher nicht besonders renditeträchtiges Digitalgeschäft auf Profit trimmen.

Derweil sollen die Redaktionen nicht zusammengelegt oder unter eine gemeinsame Führung gestellt werden. MEEDIA hatte bereits Ende Juni über die neue Strategie im Digitalgeschäft berichtet.

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