MDR: nächste Watsche für die ARD-Talks

Fernsehen Die TV-Zuschauer können sich offenbar darauf einstellen, dass es ab dem kommenden Jahr Veränderungen in der Talk-Schiene des Ersten geben wird. Denn nach dem WDR und den NDR fordert jetzt auch der Rundfunkrat des MDR, dass die Programm-Manager sich mit der Qualität von "Anne Will", "Hart aber Fair", "Günter Jauch", "Beckmann" und "Menschen bei Maischberger" beschäftigen sollen. Laut Digitalfernsehen kritisierte der MDR-Rundfunkrat die Häufung der Formate und die inhaltliche Ähnlichkeit.

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Die Kritik des MDR ist nur der nächste Beleg, dass die ARD sich unbedingt um seine Gesprächsrunden kümmern muss. Besonders hart traf den Senderverbund vor rund sechs Wochen die Kritik des Programmausschusses des NDR. Denn der Norddeutsche Rundfunk selbst ist für für drei der fünf Talkformate verantwortlich: “Günther Jauch”, “Anne Will” und “Beckmann”. In einem Papier des Programmausschusses für eine NDR-Rundfunkratsitzung wurden scharfe Worte gefunden: zu viele Dauergäste, zu belanglose Themen, zu unpolitisch, zu viele Shows.

Nur zur Gästeauswahl schrieb der NDR-Programmausschuss: “Der Programmausschuss plädiert nachdrücklich dafür, nicht nur ‘prominente’ Gäste einzuladen oder solche, deren ‘Unterhaltungswert’ sicher ist, sondern auch Gäste, die über Fachwissen verfügen und Interessantes zum Thema selbst beitragen können.” Die gemeinsame Gästedatenbank, mit der eigentlich sichergestellt werden sollte, dass sich Talk-Gäste nicht doppeln, habe ihren Zweck “nicht in ausreichendem Maß erfüllt”, heißt es weiter. Nach wie vor seien zu wenige junge Gäste, zu wenig Frauen und zu wenig Gäste mit Fachkompetenz in den Talkshows.

In ein ähnliches Horn stieß im April bereits der WDR-Rundfunkrat. Der WDR ist für die übrigen beiden ARD-Talks “Menschen bei Maischberger” und “Hart aber fair” verantwortlich. Der WDR-Rundfunkrat empfahl “dringend”, "diese Form der Talkleiste nicht fortzuführen”. Die angeführten Gründe decken sich im Wesentlichen mit denen des MDR und NDR: zu viele Themen- und Gäste-Überschneidungen, zu wenig eigenständiges Profil der Sendungen.

Die Verträge mit den Talkmastern der ARD laufen 2013 aus. Stand heute, wird es für die Programm-Manager schwierig werden, die Gesprächsrunden in der aktuellen Konstellation mit den doch sehr unscharfen Trennlinien fortzuführen.

Laut Digitalfernsehen wollen sich nun die Rundfunkräte und Programmausschüsse der Landesrundfunkanstalten mit den Formaten befassen und über die zukünftige Aufstellung des Senders im Talkbereich beraten. Ihre Beratungsergebnisse sollen dann in eine gemeinsame Stellungnahme der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD einfließen.

Eine lustige Vorstellung, dass sich die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD zu einer Gesprächsrunde zusammensetzt, um über die Zukunft der TV-Gesprächsrunden trifft. Wer diesen Talk wohl moderieren dürfte?

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