Olympia: 300 Markenpolizisten auf der Jagd

Marketing Die Olympischen Spiele in London sind nicht nur ein Sportspektakel. Auch für Werbetreibende sind sie nach der Fußball-Europameisterschaft das wichtigste Event des Jahres. Ohne die Multimillionenspendings könnte die Spiele schließlich auch nicht stattfinden. Wohl auch deshalb schickt das Komitee 300 Markenpolizisten durchs Land, die darauf achten sollen, dass die Lizenzrechte der “Big Spender” auch geschützt bleiben. Kurios: Für die Absicherung der Austragungsorte fehlt Personal.

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Diese “Brand Officers” sollen im ganzen Land dafür sorgen, dass Firmen nicht sogenanntes “Trittbrett-Marketing” betreiben, etwa mit olympischen Logos Produkte bewerben oder vertreiben. Das ist nur den offiziellen Sponsoren vorbehalten, zu denen unter anderem Adidas, McDonalds, BP oder Coca-Cola zählen.

Während also 300 Markenwächter auf die Jagd gehen, muss die Regierung 3500 Soldaten abbestellen, weil die verantwortliche Sicherheitsfirma G4S erst jüngst erklärte, nicht ausreichend Sicherheitspersonal zur Verfügung stellen zu können. Während die Regierung weiterhin über die Absicherung der Spiele diskutiert, hat die Markenpolizei bereits ihren Dienst aufgenommen. Schließlich wollen Händler und Unternehmen im Austragungsort London auch von der enormen Aufmerksamkeit während der Spiele und dem Besucherandrang profitieren.

Uniformiert mit lilafarbenen T-Shirts und Kappen gehen sie auf die Pirsch und haben sogar das Recht, ungefragt Läden und Restaurants zu betreten.
Bei Verstößen durch Nicht-Werbepartner droht ein Bußgeld von bis zu 20.000 britischen Pfund. So ist es unter anderem verboten, seine Produkte mit Attributen wie “Gold”, “Silber”, Bronze” oder “Sommer” zu bewerben. Wirte werden angehalten, auf ihren Werbetafeln für Live-TV-Events nicht mit Biermarken zu werben, die keine Werbelizenz für die Olympischen Spiele bekommen haben. Laut dem Independent verbot die Markenaufsicht rund 800 Anbietern außerdem, Pommes Frites zu verkaufen, da dadurch die exklusiven Rechte von McDonalds im Rahmen der Spiele gefährdet seien.

Das Locog (London Organising Committee of the Olympic Games) und die Olympic Delivery Authority (ODA) wollen auf diese Weise den Good Will der großen Spender gewährleisten. Denn die spenden nicht zu knapp. Rund 700 Millionen Pfund kommen von den elf weltweiten Partnern, darunter Visa, Coca-Cola und Procter & Gamble, weitere 700 Millionen Pfund stammen von Partnern vor Ort, etwa der Bank Lloyds TSB oder dem Energiekonzern EDF.

Kritiker beschreiben die Vorgehensweise des Olympia-Komitees als zu hart. Marina Palomba von der Agentur McCann Worldgroup sieht darin das wohl “drakonischste Durchgreifen im Vorfeld der Olympischen Spiele aller Zeiten”, wie sie dem Independent erzählte.

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