1. Halbjahr endet auf dem Werbemarkt blass

Marketing Deutsche Medien haben brutto im ersten Halbjahr zwar mehr Geld mit Werbung umgesetzt als noch 2011, doch das zweite Quartal und insbesondere der Juni trüben das Bild etwas. Wie die Forscher von Nielsen am Donnerstag mitteilten, lag das Halbjahres-Plus bei den von ihnen untersuchten Medien bei 2,0%. Nach einem guten ersten Quartal lagen die Monate April bis Juni allerdings nur noch 0,5% über denen aus 2011, im Juni setzten die Medien sogar weniger Geld mit Reklame um als im Vorjahresmonat.

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Bei 12,4 Mrd. Euro lag der Brutto-Werbedruck im ersten Halbjahr laut Nielsen. Stärkstes Werbemedium bleibt natürlich weiterhin das Fernsehen: Mit 5,3 Mrd. Euro wuchs es überdurchschnittlich stark auf 4,4%. Noch deutlicher nach oben ging es für das Internet: 17,6% mehr setzten die von Nielsen gewerteten Vermarkter um – 1,3 Mrd. Euro waren es im ersten Halbjahr.

Für die Printmedien läuft das Jahr 2012 hingegen bislang nicht so rosig: Die Fachzeitschriften büßten 1,8% ihrer Brutto-Werbeumsätze ein, die Publikumszeitschriften 3,5% und die Zeitungen sogar 4,9%. Mit 2,5 Mrd. Euro bleiben sie dennoch die klare Nummer 2 des Werbemarktes.

Eine reine Betrachtung des Junis zeigt, dass vor allem das Fernsehen zu den Verlierern des Monats gehörte. Der Grund dürfte klar sein: Die Fußball-EM hat den Zuschauerzahlen der Privatsender massiv geschadet, Werbung wurde dort wenig gebucht – und die Werbeflächen bei ARD und ZDF sind nunmal stark begrenzt. Folge: Die Umsätze der Gesamtbranche fielen gegenüber dem Juni 2011 von 737,8 Mio. Euro um fast 50 Mio. auf 689,8 Mio. Euro. Im Minus schlossen auch Kino, Out-of-Home-Werbung und Publikumszeitschriften den Juni ab, die Zeitungen wuchsen hingegen – womöglich auch wegen EM-Kampagnen.

Die Zahlen des ersten Halbjahres im Überblick:

(Tabelle: Nielsen)

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Freispots, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Medienbranchen und des Werbedrucks sind sie dennoch.

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